Matterhorn

Matterhorn nach Felssturz für geführte Touren gesperrt

Esada Kunic
Esada Kunic

Italien,

Ein Felssturz an der Südseite des Matterhorns zwingt Bergführer zum Handeln. Besteigungen werden bis auf Weiteres ausgesetzt.

Matterhorn Felssturz
Am Matterhorn donnerten Felsmassen zu Tal. Nach dem Felssturz empfehlen Bergführer, Gipfeltouren vorerst zu meiden. (Archivbild) - depositphotos

Am frühen Mittwochmorgen des 5. August lösten sich am Matterhorn auf rund 3900 Metern Höhe gewaltige Felsmassen. Wie das «SRF» berichtet, wurde dabei nach Angaben der Rettungsleitstelle des Aostatals (IT) niemand verletzt.

Der betroffene Bereich auf der italienischen Südseite wird von Bergsteigenden normalerweise selten aufgesucht. Der Felssturz hinterliess dennoch riesige Staubwolken und zahlreiche lose Gesteinsbrocken am Berg.

Glaubst du, dass der Klimawandel das Matterhorn dauerhaft unbesteigbar machen wird?

Daraufhin setzte der italienische Bergführerverein von Breuil-Cervinia sämtliche geführten Matterhorn-Besteigungen aus. Laut dem «SRF» blieb die Normalroute über den Liongrat zwar unbeschädigt, doch die Verhältnisse gelten als zu instabil.

Matterhorn wegen Felssturz und schlechten Bedingungen gesperrt

Die Bergführergemeinschaft Breuil-Cervinia liess verlauten, höchste Vorsicht sei aufgrund der aktuellen Gelände- und Wetterbedingungen geboten. Die Carrel-Hütte auf der Südroute bleibt laut «SatMeteo» als Biwak geöffnet, allerdings ohne Personal vor Ort.

Wie das Bergmagazin «alpin.de» berichtet, handelt es sich bei der Empfehlung der Bergführer um kein rechtlich bindendes Besteigungsverbot. Erfahrene Alpinistinnen und Alpinisten dürften das Matterhorn weiterhin auf eigene Verantwortung begehen.

Wann geführte Besteigungen wieder möglich sein werden, machen die Bergführer von der weiteren Entwicklung am Berg abhängig. Die Situation soll laufend neu beurteilt werden.

Permafrost und Hitze destabilisieren das Matterhorn

Schon vor dem aktuellen Felssturz warnten die Zermatter Bergführer im Juli 2026 vor Gipfeltouren am Matterhorn. Der Grund liegt in anhaltender Hitze und tauendem Permafrost nach einem schneearmen Winter, wie das «SRF» erläutert.

matterhorn felssturz
Hitze und tauender Permafrost schwächen das Matterhorn. Nach einem Felssturz raten Bergführer nun dringend von Gipfeltouren ab. (Archivbild) - depositphotos

Severin Karrer, Fachleiter für Bergsport und Sicherheit beim Schweizer Alpen-Club (SAC), erklärte laut «SatMeteo»: «Wir haben eine sehr ungünstige Konstellation in diesem Jahr.» Geringer Schneefall, ein milder Frühling und frühe Hitzewellen hätten die Lage verschärft.

Karrer ergänzte, die Null-Grad-Grenze habe mehrere Wochen über 4000 Metern gelegen und liege teils sogar nahe 5000 Metern. Im langjährigen Durchschnitt pendelt sie im Sommer zwischen 3000 und knapp 4000 Metern.

Kommentare

User #4672 (nicht angemeldet)

Bereits in 2-3 Jahren wird das Matterhorn und 3/4 aller 4000er in den Alpen nur noch unter höchster Gefahr zu besteigen sein. Geführte Bergtouren wird es nur noch sehr wenige geben.

User #5407 (nicht angemeldet)

Richtig so, schont die Bergwelt

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