Matterhorn neu in Welt-Hitliste des geologischen Erbes aufgenommen
Das Matterhorn zählt neu zu den weltweit bedeutendsten Stätten des geologischen Erbes. Die Geo-Union IUGS hat den Berg am Freitag in ihre Liste aufgenommen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Geo-Union IUGS hat das Matterhorn am Freitag in ihre Liste des Geo-Erbes aufgenommen.
- Das Matterhorn gilt als geologisch einzigartig: Teile Afrikas liegen dort über Europa.
- Schon 2022 und 2024 kamen Engadiner Blockgletscher und Glarner Hauptüberschiebung dazu.
Das Matterhorn gehört neu zu den weltweit herausragendsten Stätten des geologischen Erbes. 2022 wurden bereits die Blockgletscher des Engadins und 2024 die Glarner Hauptüberschiebung in diese Liste aufgenommen.
Die Internationale Union der Geowissenschaften (IUGS) baut seit 2022 in einem breit abgestützten Prozess eine Liste der weltweit bedeutenden und einzigartigen Geo-Erbe-Stätten auf, wie die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz mitteilte.
Am Freitag wurde das Matterhorn in die Liste «IUGS Geological Heritage Sites» aufgenommen, die mittlerweile 300 Stätten umfasst. Den Antrag hatte die Schweizerische Geo-Erbe-Kommission der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) gestellt.
Matterhorn ist «Idealberg»
Das ikonische Matterhorn gelte seit langem als «Idealberg», wird Jürg Meyer, Geologe, Bergführer und Mitglied der Schweizerischen Geo-Erbe-Kommission der SCNAT in einer Mitteilung zitiert. Der Tourismusmagnet mit seiner eindrücklichen und eleganten Form sei auch «geologisch einzigartig interessant».
Die äussere Form des Matterhorns sei während der letzten grossen Eiszeiten durch die Gletschersysteme um den Berg herausgearbeitet worden. Davon zeugten die auf allen vier Seiten heute noch vorhandenen Gletscher-Reste.
Afrika trifft Europa
Auch der «innere Gehalt» des Berges ist laut Meyer einmalig und erzählt überraschende geologische Geschichten: Das Matterhorn steht als tektonische Halbklippe am Nordost-Ende der riesigen Dent Blanche/Mont Mary-Decke, die sich via Dent d’Hérens, Dent Blanche bis ins Aostatal fortsetzt.
Diese Decke gehörte zum afrikanischen Grosskontinent und liegt über zwei Decken des ehemaligen Piemont-Ozeans. Die verschiedenen tektonischen Einheiten sind an der Ost- bis Nordseite des Matterhorns anhand der unterschiedlichen Farben und Erosionsformen der Gesteine zu erkennen.

Weiter nördlich, im tief eingeschnittenen Mattertal, tritt laut Meyer die unter allem liegende Mischabel-Siviez-Decke an die Oberfläche, die ein Stück des ehemaligen europäischen Kontinentalrandes darstellt. Damit seien übereinander Krustenteile sichtbar, die ursprünglich viele hundert Kilometer voneinander entfernt lagen.












