KI kapert Songs von Walliser Mundart-Star Sina
Wer das Spotify-Profil von Mundart-Star Sina aufruft, staunt: Mehrere KI-generierte Cover und Alben auf Englisch haben sich eingeschlichen. Was steckt dahinter?

Das Wichtigste in Kürze
- Auf dem Spotify-Profil von Mundart-Star Sina finden sich plötzlich mehrere englischsprachige Alben.
- Die KI-generierten Musikstücke sind unfreiwillig auf der Seite der Walliser Sängerin gelandet.
- Ihre Plattenfirma kennt solche Fälle und bemüht sich nun um die Bereinigung.
Sie ist eine feste Grösse in der Schweizer Musikszene: Sina.
Mit ihrem aktuellen Live-Album «Bescht of 30 Jahr» wächst ihre Diskografie auf mittlerweile 14 Alben an.
Eine beeindruckende Bilanz: Jedes ihrer Studioalben schaffte es in die Top 10 der Schweizer Charts. 2019 setzte die Walliser Sängerin zudem einen Meilenstein: Als erste Frau überhaupt erhielt sie den Outstanding Achievement Award der Swiss Music Awards.
Umso erstaunlicher, was sich derzeit auf dem Spotify-Profil der 60-Jährigen abspielt.
Die verifizierte Künstlerin zählt dort monatlich 25'900 Hörerinnen und Hörer. Das Walliser Newsportal «Pomona» berichtet nun von einer ungewöhnlichen Anfrage, die ihre Managerin Benita Andres erreicht hat: Was ist eigentlich mit Sinas Spotify-Auftritt los?
Plötzlich englische Titel
Der Blick auf ihre Diskografie wirft Fragen auf: Gleich drei Alben mit jeweils 20 Titeln sowie eine Single tauchen dort auf. Alle wurden im August veröffentlicht, alle tragen englische Titel: «The Last Time Hope Smiled», «Every Goodbye Lives in My Sleep», «We Loved Until the Seasons Changed» und «Love Couldn't Rewrite the Ending».
Hat Sina etwa heimlich einen musikalischen Sprachwechsel vollzogen?
Wer die Cover genauer unter die Lupe nimmt, dürfte diese Vermutung schnell verwerfen. Statt der Walliser Sängerin erscheinen dort Bilder einer jungen asiatischen Frau. Der Look: unverkennbar künstlich, mit deutlichem KI-Anstrich.

Auch beim Reinhören wird klar: Diese Produktionen haben mit Sina nichts gemeinsam.
Die Songs kommen in makellosem Englisch daher, die Stimme erinnert an eine künstlich erzeugte Version von Whitney Houston (†2012). Und auch die Instrumentierung klingt auffällig synthetisch. Trotzdem werden die Titel ausgerechnet unter Sinas Namen geführt.
Laut Plattenfirma kein Einzelfall
Managerin Benita Andres reagierte auf den Hinweis und wandte sich umgehend an die Plattenfirma. Dort folgte rasch die Bestätigung: Die fraglichen Songs stammen nicht von Sina selbst. Vielmehr handelt es sich um fremde Veröffentlichungen, die auf unerklärliche Weise auf ihrem Spotify-Profil gelandet sind.
Ein Einzelfall ist das offenbar nicht. Wie die Plattenfirma mitteilt, häufen sich derzeit Fälle, in denen KI-generierte Musik auf den Streaming-Kanälen echter Künstlerinnen und Künstler veröffentlicht wird.
Sinas Fall wurde inzwischen beim zuständigen Distributor gemeldet. Die Plattenfirma bemüht sich nun darum, die unerwünschten Songs so schnell wie möglich aus dem Profil zu entfernen. Bis die digitalen Fremdgänger verschwunden sind, ist allerdings Geduld gefragt ...











