Nach Felssturz: Bergsteiger gehen trotz Warnung aufs Matterhorn
Trotz Felssturz und eindringlicher Warnungen steigen weiterhin Bergsteiger aufs Matterhorn. Fotos zeigen mehrere Gruppen auf dem Gipfelweg.

Das Wichtigste in Kürze
- Trotz Warnungen steigen weiterhin Bergsteiger aufs Matterhorn.
- Ein Felssturz ereignete sich diese Woche auf rund 3900 Metern.
- Hitze und tauender Permafrost erhöhen derzeit die Steinschlaggefahr.
Diese Bilder sorgen derzeit für Diskussionen: Fotos zeigen mehrere Bergsteiger-Gruppen auf dem Matterhorn. Aufgenommen wurden sie offenbar in der Nacht und am Morgen.
«Trotz der Warnungen, das Matterhorn NICHT zu besteigen, sind vergangene Nacht trotzdem Menschen hinaufgestiegen. Und nicht nur eine Gruppe», schreibt die Frau, die die Bilder veröffentlicht hat, auf Facebook. Sie hoffe, dass keine Rettung nötig gewesen sei.
In den Kommentaren schildert ein anderer Nutzer, er sei am Morgen alleine aufgestiegen. Seiner Einschätzung nach seien alle Gruppen sicher und ohne Zwischenfälle zurückgekehrt.
Das bestätigt die Air Zermatt auf Anfrage von Nau.ch: In den letzten fünf Tagen mussten in der Matterhorn-Region keine Rettungsflüge unternommen werden.
Bergsturz sorgt für zusätzliche Gefahr am Matterhorn
Trotzdem: Die Gipfelbesteigungen finden in einer angespannten Situation statt. Erst am Mittwoch kam es auf der Südseite des Matterhorns auf rund 3900 Metern Höhe zu einem grossen Felssturz.
Dabei entstanden riesige Staubwolken und lose Steinbrocken. Verletzt wurde niemand.
Die italienische Normalroute über den Liongrat wurde vom Felsabbruch zwar nicht beschädigt. Wegen der aktuellen Gelände- und Wetterbedingungen wird jedoch zu höchster Vorsicht geraten.
Das Problem: Die Bedingungen am Matterhorn sind derzeit besonders heikel. Die anhaltende Hitze und der tauende Permafrost setzen dem Berg zu.
Nach einem schneearmen Winter ist das Matterhorn zudem stark ausgeapert. Das bedeutet: Durch schmelzenden bzw. fehlenden Schnee und Eis können Felsformationen ihre Stabilität verlieren.
Die Gefahr von Steinschlag steigt.
Bergführer warnen schon lange
Die Zermatter Bergführerinnen und Bergführer hatten bereits im Juli wegen akuter Steinschlaggefahr vor Gipfeltouren gewarnt. Geführte Besteigungen wurden vorübergehend eingestellt.
Auch auf der italienischen Seite wurden Besteigungen mit Kundschaft nach dem jüngsten Felssturz ausgesetzt. Die Carrel-Hütte auf der Südroute bleibt zwar geöffnet. Personal ist dort derzeit aber nicht vor Ort.
In den Kommentaren zum Facebook-Post ist allerdings von Bergführern die Rede, die weiterhin Touren anbieten.
Ein Nutzer schreibt, der Bergführer seines Mannes habe die Besteigung nicht abgesagt. Sie sei für Dienstag, 11. August, geplant.
«Der Bergführer sagte, er sei weiterhin jeden Tag hinaufgegangen», schreibt die Person. Bestätigt ist das nicht.
Ein anderer Kommentator behauptet dagegen, sowohl die Zermatter Bergführer als auch die italienischen Bergführer hätten Touren mit Kunden offiziell gestoppt.















