Instabiler Gletscher bedroht laut Experte Walliser Dorf Randa nicht
Die Gefahr durch den instabilen Hängegletscher oberhalb von Randa im Wallis hat sich weiter verringert. Die Eismasse am Weisshorn bewegt sich inzwischen langsamer. Selbst bei einem vollständigen Abbruch wären die rund 450 Einwohner des Oberwalliser Dorfes nach Einschätzung eines Experten nicht gefährdet.

Der rund 300'000 Kubikmeter grosse Eisblock würde zunächst auf ein Hochplateau von der Grösse von etwa zehn Fussballfeldern stürzen, sagte der Walliser Naturgefahrenexperte Norbert Carlen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Nur ein Teil der Eismassen könnte anschliessend weiter ins Tal gelangen.
Risse im Eis deuteten zudem darauf hin, dass der Gletscher eher stückweise abbrechen werde. Bereits in den vergangenen Monaten hatte sich die instabile Eismasse durch mehrere kleinere Abbrüche von ursprünglich rund 500'000 Kubikmetern nahezu halbiert.
Bereits vergangene Woche hatte Pascal Stoebener vom Walliser Dienst für Naturgefahren der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt, dass für die Bevölkerung von Randa keine unmittelbare Gefahr bestehe. Die verbleibende Eismasse sei allerdings noch gross genug, um bei einem vollständigen Abbruch eine Geländestufe auf dem Bisgletscher zu überwinden. Eine Evakuierung des Dorfes bezeichnete er dennoch als sehr unwahrscheinlich.
Auch die Bewegung des Eisblocks hat nachgelassen. Während sich die Masse im Sommer noch bis zu 20 Zentimeter täglich verschob, sind es inzwischen an manchen Tagen weniger als zehn Zentimeter, wie Carlen erklärte.
Ein Risiko bleibt bei starken Schneefällen bestehen. Sollte der Gletscher nach grösseren Schneemengen abbrechen, könnte er zusätzlich eine Lawine auslösen. Doch auch in diesem Fall dürften die Häuser von Randa höchstens mit einer dünnen Schneeschicht überzogen werden, sagte der Experte.
Die Behörden halten die Gefahrenstufe 3 für das Gebiet ausserhalb des Dorfes aufrecht. Das Betreten der Gefahrenzone bleibt verboten. Das Siedlungsgebiet ist von den Einschränkungen nicht betroffen.
Carlen warnte ausdrücklich vor einem Vergleich mit der Bergsturzkatastrophe von Blatten VS im Mai 2025. Damals hatten sich rund zehn Millionen Kubikmeter Fels und Eis gelöst und grosse Teile des Dorfes verschüttet. Ein Mensch kam ums Leben.
Die Ausgangslage in Randa sei grundlegend anders, betonte Carlen. Anders als in Blatten drohe dort keine gewaltige Geröll- und Schlammlawine.






