«Juckt stark»: Mami und Tochter von Entenflöhen gebissen

    Karin Aebischer
    Karin Aebischer

    Vully-les-Lacs,

    Die hohen Wassertemperaturen erhöhen die Gefahr für Entenflöhe. Das musste die Freiburgerin Valérie erfahren. Sie und ihre Tochter hatten starke Ausschläge.

    Entenflöhe
    Die hohen Temperaturen der Seen begünstigen Entenflöhe. Wer gebissen wird, den juckt's. - keystone/zvg

    Das Wichtigste in Kürze

    • See-Temperaturen über 23 Grad begünstigen Entenflöhe.
    • Für Badende heisst das: Obacht und sich gut duschen und abtrocknen.
    • Denn aktuell ist an allen stehenden Gewässern mit Entenflöhen zu rechnen.

    26 Grad warm ist der Murtensee zurzeit. Wer glaubt, sich im kühlen Nass erfrischen zu können, wird von einem seichten See enttäuscht.

    Was die hohen Temperaturen auch mit sich bringen: Entenflöhe. Das mussten Valérie (39) aus Freiburg und ihre Tochter (7) wortwörtlich am eigenen Leib erfahren.

    Denn nach dem Baden am Strand von Salavaux VD am Murtensee war ihr Körper mit roten Pusteln übersät. «Es hat stark gejuckt. Deshalb habe ich zuerst an die Krätze gedacht», erzählt Valérie Nau.ch.

    Denn die ansteckende Hautkrankheit machte zuletzt in den Kantonen Freiburg und Waadt die Runde.

    Es stellte sich jedoch heraus, dass es nicht die Krätze war. Die beiden waren im See von Entenflöhen gebissen worden.

    Arme, Hände, Beine, Bauch – am ganzen Körper traten die Rötungen auf. «Wir wussten, dass es nicht gefährlich ist. Unangenehm war es trotzdem», schildert sie.

    Wirtswechsel bei über 23 Grad Wassertemperatur

    Fest steht: Die warmen Wassertemperaturen begünstigen Entenflöhe. Denn diese machen bei Wassertemperaturen über 23 Grad einen Wirtswechsel.

    Von Schnecken, die sich auf Wasserpflanzen befinden, wechseln die Larven auf Wasservögel. Irrtümlich können sie auch auf die Haut von Badenden gelangen, was dann eben zu beissenden Stichen führen kann.

    Wetter
    Wegen des warmen Wetters besteht in stehenden Gewässern die Gefahr von Entenflöhen. - keystone

    «Entenflöhe stellen in den meisten Seen der Westschweiz ein weit verbreitetes Problem dar», sagt Emilie Savary von der Gemeinde Vully-les-Lacs, zu der Salavaux gehört. Die Gemeinde gebe aber keine spezielle Warnung heraus.

    Denn die hygienischen Kontrollen würden regelmässig gemäss den geltenden kantonalen Vorschriften durchgeführt. «Zudem sind die Stiche der Entenflöhe zwar unangenehm, stellen aber keine Gefahr für den Menschen dar», so Savary.

    Denn Badegästen werde jedoch empfohlen, sich nach jedem Bad gründlich abzuduschen und mit einem Badetuch abzuwischen. An mehreren Stellen am Strand stünden dafür Duschen zur Verfügung.

    Zürcher Seen mit guter Wasserqualität

    Doch nicht nur in der Westschweiz sind Entenflöhe ein Thema. «Es gibt kein Monitoring zum Vorkommen von Entenflöhen. Bei den aktuellen Wassertemperaturen ist aber an allen stehenden Gewässern mit Entenflöhen zu rechnen», heisst es bei der Medienstelle der Zürcher Baudirektion auf Anfrage.

    Wurdest du schon mal von Entenflöhen gebissen?

    Die Wasserqualität der Seen im Kanton Zürich sei aber aktuell trotz der hohen Wassertemperaturen gut.

    So erwärme die Hitze zwar das Wasser an der Oberfläche. Die Wasserschichten unterhalb von fünf Metern Tiefe seien aber noch ausreichend kühl und hätten derzeit noch genügend Sauerstoff, so Katharina Weber von der Medienstelle.

    Ausschlag klingt nach rund zwei Wochen ab

    Die gute Nachricht: Entenflöhe können auf dem «falschen Wirt» – also dem Menschen – nicht überleben.

    Die Larven sterben in der menschlichen Haut rasch ab. Eine Vermehrung und Weitergabe an andere Personen ist somit ausgeschlossen.

    Der Ausschlag – auch Badedermatitis genannt – heilt in der Regel nach zwei Wochen von selbst wieder ab. Wer dennoch kein Risiko eingehen will, entscheidet sich für eine Abkühlung in einem Fluss.

    Denn in Flüssen oder im Meer kommen die Parasiten nicht vor, da sie dort gar nicht überleben würden.

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    Kommentare

    User #2925 (nicht angemeldet)

    Evtl. handelt es sich um ganz niedliche Filzläuse, im Volksmund bekannt als die aufdringlichen "Sackratten".

    User #2856 (nicht angemeldet)

    Mich juckt es auch immer in der Unterhose.

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