Aare schon 21 Grad: Purzeln jetzt auch die Wasser-Rekorde im Juni?
Heiss, heisser, Juni 2026: Die Hitzewelle rollt an – und Flüsse und Seen ziehen mit! Bieten Schweizer Gewässer bald keine Abkühlung mehr?

Das Wichtigste in Kürze
- Die Aare in Bern hat schon im Juni die 21-Grad-Marke geknackt.
- Die Gewässer könnten in den nächsten Tagen gemäss Experten «extrem warm» werden.
- Noch sind keine Rekordwerte erreicht, doch das könnte sich schon bald ändern.
Die Schweiz schwitzt – und jetzt heizen sich auch Flüsse und Seen kräftig auf.
Die Aare knackte in Bern bereits am Donnerstagabend die 21-Grad-Marke – und das mitten im Juni.
Die Wärme macht vor keinem Gewässer halt: Der Rhein hat bereits über 21 Grad, die Limmat über 22 Grad. Und der Murtensee könnte bis Dienstag an der 28-Grad-Marke kratzen.
Damit stellt sich die Frage: Kommen nach den Hitzerekorden in der Luft bald auch Rekorde im Wasser?
Hydrologin Manuela Brunner vom «WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF» bleibt gegenüber Nau.ch vorsichtig. Zwar sei mit weiter steigenden Wassertemperaturen zu rechnen.
Ob Rekorde gebrochen werden, werde sich jedoch erst in den nächsten Tagen zeigen. Dafür habe es Anfang Juni noch kühlere Phasen gegeben, die die Gewässer etwas abgekühlt hätten.
Doch diese «Verschnaufpause» dürfte bald kompensiert sein. Wenn die Hitze anhält, könnten die Gewässer «extrem warm» werden, sagt Brunner. «Schon jetzt liegen viele Gewässertemperaturen deutlich über dem Durchschnitt.» Allerdings noch nicht im Extrembereich.
Gfrörlis freut’s – die Fische weniger
Für Gfrörlis mag das angenehm klingen – für die Tierwelt ist es kritisch, gibt Brunner zu bedenken: «Besonders die Forelle leidet unter hohen Temperaturen: Ab etwa 23 Grad wird es für sie gefährlich.» Erst sinke die Leistungsfähigkeit, später könne es im schlimmsten Fall tödlich enden.

Auch beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) beobachtet man die Entwicklung genau. Mediensprecherin Daniela Mangiarratti bestätigt gegenüber Nau.ch: «Aktuell liegen die Wassertemperaturen schweizweit über dem langjährigen Durchschnitt.»
Von Rekordwerten könne aber noch keine Rede sein. Mit wenigen Ausnahmen seien im Juni bislang keine Höchstwerte gemessen worden. «Ebenso sind noch keine absoluten Rekorde verzeichnet worden.»
Dass die ganz grossen Spitzenwerte noch fehlen, überrascht die Expertin allerdings nicht. Die höchsten Wassertemperaturen werden üblicherweise erst im Juli oder August erreicht.
Für alle Badefans gibt es dennoch Hoffnung auf noch wärmere Gewässer: «Bei den Wetterprognosen der nächsten Tage ist es gut möglich, dass in weiteren Gewässern neue Juni-Höchstwerte gemessen werden.»
Fest steht bereits jetzt: «Die aktuellen Temperaturen liegen klar über dem Durchschnitt der Messperioden.» Noch handle es sich aber nicht um Werte, die es in dieser Form noch nie gegeben habe.
Rekordsommer für Schweizer Gewässer?
Ob der Sommer tatsächlich zum Rekordsommer für Schweizer Gewässer wird, bleibt offen. «Von der aktuellen Situation kann nicht generell auf die weitere Entwicklung im Sommer geschlossen werden», betont Mangiarratti.
Schon einige Tage mit Gewittern, Regen und kühleren Temperaturen könnten Bäche und kleinere Flüsse wieder deutlich abkühlen.
Eine Ausnahme bilden jedoch Flüsse unterhalb von Seen. Dazu gehören etwa die Aare, die Reuss, die Limmat oder der Rhein.
Sie speichern die Wärme deutlich länger: «Daher kann die Wassertemperatur eines Seeausflusses auch nach ein paar Tagen mit schlechtem Wetter immer noch relativ hoch liegen.»
















