Dafalgan-Kindersirup ausverkauft – nur noch teurere Variante da

    Karin Aebischer
    Karin Aebischer

    Lausanne,

    Seit Ende 2025 ist der Dafalgan-Kindersirup in Apotheken ausverkauft. Eltern müssen deshalb auf die teurere Variante ausweichen. Die Kasse zahlt hier nichts.

    Dieser Sirup ist zurzeit nicht mehr erhältlich. - Screenshot RTS

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Krankheits-Saison ist in vollem Gang.
    • Doch ausgerechnet jetzt gibt es beim Dafalgan-Kindersirup einen Engpass.
    • Eltern müssen daher auf die teurere und kostenpflichtige Medi-Version ausweichen.

    Hat ein Kind Fieber oder Schmerzen, hilft ein Zäpfli. Oder ein Medikament in flüssiger Form, wie Der Dafalgan-Kindersirup.

    Doch dieser ist seit Ende 2025 nicht mehr erhältlich. Grund dafür ist eine Verpackungs-Änderung, wie der Westschweizer Sender RTS weiss.

    Warst du diesen Winter schon krank?

    Der Prozess der Verpackungsänderung hat einen Lieferengpass ausgelöst. Das wiederum führt dazu, dass Eltern nun auf den Paracetamol-Sirup Dafalgan Dolo ausweichen müssen.

    Dasselbe Produkt – anderer Preis

    Es handelt sich dabei zwar um dasselbe Produkt, nur in einer anderen Verpackung. Doch der Dolo-Sirup kostet acht statt nur 2.55 Franken und wird von der Krankenkasse nicht übernommen. Darf aber dafür beworben werden.

    Für die Eltern bedeutet dies, dass sie den Sirup auch mit Rezept aus der eigenen Tasche berappen müssen.

    Der Waadtländer Apotheker Christophe Berger sagt zum Sender: «Die Eltern sind überrascht, es herrscht ein gewisses Unverständnis. Die Flasche kostet nur acht Franken. Normalerweise kann sich das jeder leisten, aber wir hatten trotzdem einige Leute, die Schwierigkeiten hatten, sie zu bezahlen.»

    Hinzu kommt, dass es keine wirkliche Alternative zum Produkt gibt und auch kein Generikum.

    Antrag als unzulässig befunden

    Hergestellt wird der Sirup vom französischen Unternehmen UPSA, das auch eine Schweizer Niederlassung in Baar im Kanton Zug hat.

    Swissmedic hatte den Antrag der UPSA zur Verpackungsänderung als «formal unzulässig» betrachtet. Worauf es zur Verzögerung kam.

    Fragst du in der Apotheke aktiv nach den günstigeren Generika?

    Swissmedic betont aber, dass man keine Ahnung hatte, was das für Folgen haben könnte. «Das Unternehmen informierte Swissmedic zu keinem Zeitpunkt während der Gespräche über ein drohendes Risiko von Lieferengpässen.» Das sagt Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi gegenüber RTS.

    Der Hersteller beteuert, mit Hochdruck daran zu arbeiten, dass der erstattungsfähige Sirup so rasch als möglich wieder erhältlich ist.

    Die ersten Lieferungen würden wohl im März wieder aufgenommen, Die Belieferung der Apotheken soll im Frühjahr schrittweise erfolgen.

    Kommentare

    User #5127 (nicht angemeldet)

    Mit 2.55 Franken muss der Grossist, die Firma die das Medikament produziert und die Apotheke die das Rezept kontrollieren muss und die Dosierung überprüfen muss und eine Etikette schreiben muss bezahlt werden. Am Schluss bleibt praktisch nix mehr übrig. Wäre ich die Firma würde ich das Produkt vom Markt nehmen.

    User #2850 (nicht angemeldet)

    Solche Medikamente kaufe ich ohnehin immer im Ausland. Es muss nicht Dafalgan Sirup sein. Gibt genügend rezeptfreie (und viel günstigere) Alternativen in DE. Wer solche Dinge in der Schweiz kauft, wird nur abgezockt.

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