Nach der Beschattungsaffäre der Credit Suisse rund um Top-Banker Iqbal Khan werden neue Vorwürfe laut. Die Grossbank soll auch Greenpeace ausspioniert haben.
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Der Machtkampf zwischen Credit Suisse-CEO Tidjane Thiam (l) und Präsident Urs Rohner spitzt sich zu. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Herbst war die Beschattung des Top-Bankers Khan durch die Credit Suisse aufgeflogen.
  • Nun soll die Grossbank auch die Umweltorganisation Greenpeace ausspioniert haben.

Seit der im Herbst aufgeflogenen Beschattungsaffäre rund um den ehemaligen Mitarbeiter Iqbal Khan steht die Credit Suisse im Dauerfeuer. Der Machtkampf zwischen CEO Tidjane Thiam und Präsident Urs Rohner spitzt sich zu. Nun werden erneut Spionagevorwürfe laut: Die Bank soll Greenpeace ausspioniert haben, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Die Überwachung soll im Auftrag des früheren Stabschef Pierre-Olivier Bouée erfolgt sein. Kurz vor Weihnachten war bekannt geworden, dass er auch den früheren Personalchef Peter Goerke von Detektiven beschatten liess. Daraufhin folgte Bouées fristlose Entlassung. Doch damit ist die Beschattungsaffäre offenbar noch nicht vorbei.

Greenpeace störte GV

Vor knapp drei Jahren gelang es Greenpeace-Aktivisten die Generalversammlung der Credit Suisse im Hallenstadion mit einer spektakulären Aktion zu stören. Sie seilten sich während Thiams Rede vom Dach des Gebäudes und entrollten Banner.

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Greenpeace-Aktivisten seilen sich während der Credit Suisse-Generalversammlung von der Decke des Zürcher Hallenstadions ab. - keystone

Dem CS-Sicherheitsdienst gelang es danach wohl auf den Verteiler für Greenpeace-Aktionen zu kommen. Die Bank wusste somit über geplante Aktivitäten Bescheid.

Credit Suisse installierte Fake-Baustellen

So soll sie vor betroffenen Filialen Baustellen mit Absperrungen installiert haben, um die Aktivisten auf Abstand zu halten. Zusätzlich postierte sie Sicherheitsleute an den falschen Baustellen. Zudem wurde die Polizei sehr schnell informiert, welche die Proteste beendete und die Aktivisten abführte.

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Der Hauptsitz der Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz. - Keystone

Laut der Zeitung wird nächste Woche eine Verwaltungsratssitzung stattfinden. Die Auswirkungen der Überwachungsaffäre dürften dabei ein Thema sein und es könnte sogar zum Showdown kommen. Laut der Nachrichtenagentur «Bloomberg» sei es möglich, dass entweder Präsident Urs Rohner oder CEO Thiam seinen Platz räumen muss.

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