Crans-Brand: Strafanzeige gegen Walliser Rettungskräfte eingereicht

Italienische Anwälte von Opfern erheben schwere Vorwürfe zum Einsatz in Crans-Montana. Sie sprechen von fehlender Ausrüstung und möglichen Folgen für Verletzte.

Crans-Montana
Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana zielen neue Vorwürfe auf die Rettungskräfte. - Polizei

Das Wichtigste in Kürze

  • Italienische Opferanwälte kritisieren den Rettungseinsatz in Crans-Montana.
  • Sie bemängeln zu wenig Bahren, Decken und Sauerstoff vor Ort.
  • Die Walliser Rettungsorganisation weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Italienische Anwälte von Opfern der Brandkatastrophe kritisieren die Walliser Rettungskräfte. Laut italienischen Medien bemängeln sie fehlende Ausrüstung beim Einsatz in Crans-Montana.

In diesem Zusammenhang ist eine neue Strafanzeige eingereicht worden. Die Anzeige wurde von Anwälten von Opfern eingereicht, wie die Walliser Staatsanwaltschaft am Freitag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mitteilte. Sie bestätigte damit Berichte italienischer und Schweizer Medien.

Wie «La Stampa» berichtet, sagte ein Opferanwalt, es habe zu wenig Bahren und Wärmedecken gegeben. Auch Sauerstoffflaschen sollen gefehlt haben.

Dadurch habe sich der Zustand seiner minderjährigen Mandantin möglicherweise verschlechtert. In einem Ferienort wie Crans-Montana müsse genügend Ausrüstung vorhanden sein, sagte der Anwalt laut dem Bericht.

Walliser Einsatzchef weist die Vorwürfe scharf zurück

Fredy-Michel Roten, Direktor der Kantonalen Rettungsorganisation KWRO, weist die Kritik gegenüber dem «Walliser Boten» zurück.

Er habe erst aus den Medien von den Vorwürfen erfahren. «Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keinerlei Kenntnis von einer Beschwerde, die gegen unsere Organisation eingereicht worden wäre.»

Hast du Verständnis für die Vorwürfe gegen die Walliser Rettungskräfte?

Roten verteidigt den Einsatz. Das Dispositiv für sanitätsdienstliche Grossereignisse habe es ermöglicht, in kurzer Zeit ein ausserordentliches medizinisches Dispositiv zu mobilisieren.

Die Verstärkung sei vor Ort «gewissenhaft und methodisch umgesetzt» worden. Die Einsatzkräfte seien für Ereignisse mit vielen Patienten ausgebildet.

Zu einzelnen medizinischen Fällen will sich Roten nicht äussern. Er sagt: «Aus Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen werden wir die gegen unser Einsatzdispositiv und unsere Einsatzkräfte gerichteten Anschuldigungen nicht weiter kommentieren.»

Opferhilfe zahlt schon Hunderttausende aus

Die Opferhilfe im Wallis bleibt stark beansprucht. Laut der Nachrichtenagentur Keystone-SDA betreuten die Beratungsstellen fast 400 Fälle. Seit Januar wurden rund 400’000 Franken finanzielle Hilfe ausbezahlt. Bis Ende Jahr dürfte die Millionengrenze erreicht werden.

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Kommentare

User #5617 (nicht angemeldet)

Es wird die Zeit kommen da wird sich niemand mehr finden die solche Jobs machen.

User #2143 (nicht angemeldet)

Die Eltern der Minderjährigen müssten jetzt sofort von den Schweizer Staatsanwälten verklagt werden, weil das minderjährige Kind nachts in die Bar durfte.

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