Ekel-Chat: Tram-Fahrer teilen Frauenbilder – und kommentieren Brüste
Italienische Tram-Fahrer sollen Aufnahmen aus Überwachungskameras in Chats geteilt haben. Dazu gab es offenbar sexistische Kommentare.

Das Wichtigste in Kürze
- Mitarbeitende der Mailänder Verkehrsbetriebe ATM sollen heimlich Frauenbilder aus Trams in Chats geteilt haben.
- Dazu sollen sie sexistische und abwertende Kommentare verfasst haben.
- Das Verkehrsunternehmen kündigt Konsequenzen an.
Bei den Mailänder Verkehrsbetrieben ATM gibt es Vorwürfe gegen mehrere Mitarbeitende. In einer Whatsapp-Gruppe namens «Ticinese Staff» sollen sie Bilder von Frauen geteilt haben, die aus Überwachungskameras in Trams entnommen wurden.
Dazu sollen sie sexistische Kommentare geschrieben haben, wie verschiedene italienische Medien berichten.
Der Name der Whatsapp-Gruppe hat übrigens nicht direkt etwas mit dem Tessin zu tun. Er dürfte eine Anspielung auf die bekannte Strassenbahnlinie Porta Ticinese in Mailand sein.
Aktivistin macht Chatgruppe öffentlich
Bekannt wurde der Fall durch die Aktivistin und Autorin Carlotta Vagnoli. Sie berichtete in ihrer Newsletter «Rassegna Stanca» darüber. Danach verbreiteten auch mehrere italienische Influencerinnen den Fall in sozialen Netzwerken.
Laut Vagnoli entdeckte eine Passagierin die Chatgruppe zufällig in der Tramlinie 15 von Rozzano nach Mailand. Neben ihr habe ein ATM-Mitarbeiter in Uniform gesessen und auf seinem Handy Nachrichten in der Gruppe ausgetauscht. Die Passagierin fotografierte den Chat und informierte später Vagnoli.
Die Bilder zeigten laut Vagnoli Frauen, die nicht wussten, dass sie gefilmt und in der Gruppe kommentiert wurden. Es soll um Aufnahmen von Beinen, Gesichtern, Brüsten und Oberschenkeln gegangen sein. Einige Kommentare waren demnach auf Sizilianisch und bezogen sich auf Körperteile einer jungen Frau.
Verkehrsbetriebe kündigen harte Reaktion an
Vagnoli meldete den Fall der ATM. Das Unternehmen kündigte eine harte Reaktion und eine Anzeige an. Zudem nahm ATM Kontakt mit der Passagierin auf, um die beteiligten Mitarbeitenden zu identifizieren.
Vagnoli kritisiert, der Fall zeige erneut, wie digitale Geräte Gewalt und Sexismus erleichtern können. Es gehe um Frauen, deren Körper ohne ihr Wissen aufgenommen, geteilt und herabgewürdigt worden seien.



















