Crans-Montana: Präsident Féraud lehnt Rücktritt ab

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Crans-Montana,

Bei der Gemeindeversammlung von Crans-Montana VS stellten sich die Politiker den Fragen der Bürger. Diese wollen Taten sehen.

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Nicolas Féraud lehnt den Rücktritt als Präsident von Crans-Montana ab. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Versammlung der Gemeinde Crans-Montana wird der Rücktritt von Nicolas Féraud gefordert.
  • Der Gemeindepräsident lehnt dies aber ab und will die Konsequenzen tragen.
  • Bei der Schweigeminute hatte er Tränen in den Augen.

Erstmals seit der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» in der Neujahrsnacht kommt es in Crans-Montana VS zu einer Gemeindeversammlung. Der viel kritisierte Gemeindepräsident Nicolas Féraud stellte sich den Fragen und Kommentaren der Bürgerinnen und Bürger.

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Rund 600 Stimmbürgerinnen und -bürger kamen zur Gemeindeversammlung von Crans-Montana. - keystone

Bei der Fragerunde fordert der Vater eines 18-jährigen Opfers, dass Verantwortung übernommen werden müsse. «Es braucht keine Worte mehr, jetzt müssen Taten folgen.» Und: «Jede Entscheidung hat Konsequenzen.»

Eine weitere Bürgerin fordert Respekt für die Verletzten, die Angehörigen und alle, die kämpfen. Die Familien könnten dieses Kapitel nie schliessen. «Die Narben werden jeden Tag, auf jedem Foto, in jedem Moment sichtbar sein.»

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Bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana starben 41 Menschen. - keystone

Einen Rücktritt des Gemeinderates, wie er schon einige Male gefordert wurde, will sie nicht. «Mut ist, zu bleiben und sich den Konsequenzen zu stellen.»

Ein Bürger fordert aber, dass Féraud sein Amt niederlegt, da gegen ihn ermittelt wird. «Leute, die sich selbst verteidigen müssen, sollten nicht für die Zukunft der Gemeinde arbeiten. Sondern sie sollten sich mit der Suche nach der Wahrheit beschäftigen.» Es gehe auch um das Image von Crans-Montana.

In einer anderen Wortmeldung wird an den Verstand und an das Mitgefühl des Präsidenten appelliert. «Bitte denken Sie an die Zukunft unserer Gemeinde.»

Nicolas Féraud will im Amt bleiben und Konsequenzen tragen

Auch der Gemeindepräsident selbst hat sich mit dem Rücktritt befasst, wie er erzählt. Doch er betont, im Amt bleiben zu wollen. Ein Rücktritt würde «alles noch komplizierter machen». Er wolle weiterhin Crans-Montana dienen und die Konsequenzen tragen.

Ein anderer Bürger will mehr als nur Entschuldigungen, er wolle auch Taten. Man solle sich nicht auf den Gemeinderat stürzen. «Wir müssen uns alle zusammenraffen. Seien wir stark für die Opfer.»

Sollte Nicolas Féraud zurücktreten?

Zu Beginn der Versammlung entschuldigte sich Féraud bei den Opfern und den Angehörigen. «Es tut uns so leid.» Bei der Schweigeminute hatte er Tränen in den Augen.

Zudem kündigte er Änderungen an: Governance, Prozesse und Strukturen der Gemeinde sowie die «Werkzeuge unserer Politik» würden überdacht. Die noch junge Gemeinde soll ein Gemeindeparlament erhalten.

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Nicolas Féraud, Marielle Clivaz und Patrick Clivaz stellen sich den Bürgerinnen und Bürgern von Crans-Montana. - keystone

Der für die Sicherheit zuständige Gemeinderat Patrick Clivaz sagte, es habe «gravierende Mängel» bei der Sicherheit gegeben. Seit der Katastrophe seien bereits 56 Lokale überprüft worden, bis Ende Jahr sollen die restlichen folgen. «Die Sicherheit steht für uns absolut im Vordergrund.»

Gemeinderätin Marielle Clivaz betont, dass «Crans nie vergessen wird». Neben verschiedenen kleinen Gedenkstätten soll auch eine dauerhafte entstehen. Dafür sei man mit dem Kanton in Kontakt.

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Kommentare

User #5053 (nicht angemeldet)

Ihr Kommentar enthält eine persönliche Beleidigung des Gemeindepräsidenten... Jain

User #737 (nicht angemeldet)

Er ist ganz klar mitverantwortlich. Wenn er seine Sache jetzt gut macht, ist es vielleicht ok., aber wenn man die ziemlich verwahrloste Gedenkstätte sieht, dann fragt man sich halt schon, ob er begriffen hat, um was es geht. Ob aber neue Kandidaten vom Wallis es besser machen würden (??), weiss man auch nicht. Mir tun nach wie vor die Opfer und ihre Familien leid, die nun schon bald ein halbes Jahr auf Klärung und Gerechtigkeit warten. Das ist einfach kein Zustand!

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