Autopsie: Italienische Todesopfer von Crans-Montana waren nüchtern

    Aaron Studer
    Aaron Studer

    Crans-Montana,

    Die römischen Behörden sind sich sicher: Alle sechs italienischen Opfer waren zum Zeitpunkt ihres Todes nüchtern. Dies hat Auswirkungen auf die Anklage.

    Opfer
    Die Namen der italienischen Opfer sind: Sofia Prosperi, Achille Barosi, Chiara Costanzo, Giovanni Tamburi, Riccardo Minghetti und Emanuele Galeppini. - X/@saures788

    Das Wichtigste in Kürze

    • Alle italienischen Opfer von Crans-Montana (alle minderjährig) waren zum Todeszeitpunkt nüchtern.
    • Weder Drogen noch Alkohol konnte die Autopsie nachweisen.
    • Dass die Opfer nüchtern waren, schliesst eine Mitschuld der Verstorbenen aus.

    Sechs junge Italienerinnen und Italiener starben in der Neujahrsnacht in Crans-Montana: Sofia Prosperi (†15), Achille Barosi (†17), Chiara Costanzo (†16), Giovanni Tamburi (†16), Riccardo Minghetti (†16) und Emanuele Galeppini (†16).

    Nun liegen die Ergebnisse der Autopsien vor.

    Die Untersuchungen, die von der Staatsanwaltschaft in Rom in Auftrag gegeben wurden, zeigen: Die toxikologischen Tests fielen negativ aus. Die Jugendlichen hatten in jener Nacht also weder Alkohol noch Drogen konsumiert, schreibt der «Corriere della Sera»

    Die sechs Opfer starben laut den Autopsien entweder an Verbrennungen oder an einer Rauchvergiftung. Sie versuchten aktiv, dem Feuer zu entkommen. Dabei suchten sie völlig rational nach Notausgängen – doch fanden diese nicht.

    Angeklagte stehen unter Verdacht des Totschlags

    Die Erkenntnisse aus den Autopsien haben direkte Auswirkungen auf das laufende Verfahren.

    Denn: Die Tatsache, dass die Opfer nüchtern waren, schliesst eine Mitschuld der Verstorbenen aus. Das Ehepaar Moretti ist bereits wegen Totschlags und in einzelnen Punkten auch wegen Mordes angeklagt.

    Die Autopsien zeigen: Die Jugendlichen erkannten die Gefahr und handelten vernünftig. Ihr Handeln war weder durch Alkohol noch durch Drogen beeinträchtigt.

    Die Ausgänge, die sie erreichten, waren geschlossen. Die Gründe dafür liegen laut den Ermittlern im Verhalten der Angeklagten.

    Ermittler erwarten neue Erkenntnisse aus der Schweiz

    Das Ergebnis der Autopsien überraschte viele Beobachter. Zeugen hatten ausgesagt, dass in jener Nacht Drogen im Umlauf gewesen seien. Viele gingen deshalb davon aus, dass auch die Opfer Alkohol getrunken oder Drogen konsumiert hatten.

    In den kommenden Tagen will die römische Staatsanwaltschaft die Akten aus Sion einsehen. Die Ermittlungen sollen weitergeführt werden. Neue Anklagepunkte und Vorwürfe sind möglich.

    Alle sechs italienischen Todesopfer waren zum Zeitpunkt der Brandkatastrophe minderjährig.

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