Omikron ist in der Schweiz dominant. Aber: Die Covid-App des Bundes ist noch nicht an die neue Variante des Coronavirus angepasst worden.
SwissCovid App Coronavirus
Seit dem 25. Juni 2020 ist die Swiss-Covid-App im Apple Store und Google Play Store verfügbar. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Omikron breitet sich in der Schweiz rasant aus.
  • Die Parameter der Covid-App des Bundes sind jedoch noch nicht an die Variante angepasst.
  • Denn das Virus überträgt sich wohl schneller und über weitere Distanzen.

Die Omikron-Variante des Coronavirus lässt die Anzahl täglicher Neuinfektionen hierzulande in die Höhe schnellen. Denn die Variante gilt als hochansteckend – und braucht somit nicht lange, um sich von Mensch zu Mensch zu übertragen. Ein kurzer Kontakt reicht scheinbar aus, was die Suche nach möglichen Infizierten erschwert.

Die Swiss-Covid-App könnte hier helfen – sofern sie an Omikron angepasst wird. Denn: Aktuell verschickt die App nur eine Warnung, wenn der Kontakt mindestens 15 Minuten gedauert hat. Zudem reagiert sie nicht, wenn die betreffenden Personen mehr als zwei Meter voneinander entfernt waren.

Coronavirus Marcel Salathé Grippe
Der Epidemiologe Marcel Salathé, Professor an der ETH Lausanne. (Archivbild) - sda

Um zuverlässig vor einer möglichen Omikron-Infektion zu warnen, müsste sich dies ändern. Epidemiologe Marcel Salathé erklärt gegenüber «SRF»: «Mit ansteckenderen Viren können schon in kürzerer Zeit und auf grössere Distanz Ansteckungen stattfinden. Das kann die App dann nicht mehr abfangen, weil sie nicht dafür eingestellt ist.» Um mit dem Coronavirus mitzuhalten, müsse man die Parameter anpassen.

Abklärungen dazu sind bereits im Gange, wie das BAG gegenüber «Radio SRF» mitteilt.

Nutzen Sie die Swiss-Covid-App?

Die App ist jedoch anscheinend bei vielen in Vergessenheit geraten – obschon die Nutzungszahlen zuletzt wieder gestiegen sind. Salathé wünscht sich deshalb mehr Werbung für die Covid-App, die er mitentwickelt hat. Er hält fest: Die App habe den Vorteil, dass sie nicht kollabiere, «auch wenn das klassische Contact Tracing zusammenbricht».

Mehr zum Thema:

SRF Coronavirus