Wegen des Coronavirus erwarten Experten in den nächsten Wochen massiv hohe Zahlen an Spitaleinweisungen. In den Fokus rücken vor allem die Akutabteilungen.
Coronavirus
Wegen dem Coronavirus ist die Lage in den Schweizer Spitälern weiter angespannt. - keystone
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in der Schweiz rasend schnell aus.
  • Laut Taskforce werden die Hospitalisationen stark ansteigen.
  • Müssen Spitäler jetzt eine Knappheit auf den Bettenstationen fürchten?

Die Corona-Infektionszahlen stagnieren auf hohem Niveau. Letzte Woche lag der Sieben-Tage-Durchschnitt der Spitaleinweisungen bei 90. Das sind mehr als 600 innert einer Woche.

Waren Sie schon mal wegen einer Corona-Erkrankung im Spital?

Laut Taskforce könnten die Hospitalisationen wegen des Coronavirus in den nächsten Wochen im Extremfall auf 10'000 pro Woche ansteigen.

Berset: «Noch etwa 4500 Akutbetten frei»

Am Mittwoch schildert Gesundheitsminister Alain Berset an der Pressekonferenz die aktuelle Situation in den Schweizer Spitälern.

«Wir haben noch etwa 20 IPS-Betten frei und haben eine Kapazität von etwa 22'000 Akutbetten. Etwa 4500 davon sind noch frei», so Berset.

Bundesrat Alain Berset spricht über die Spital-Kapazitäten in der Schweiz. - SRF

Aus diesem Grund braucht es gemäss Bundesrat keine strengeren Massnahmen gegen das Coronavirus. Im Gegenteil: Die Landesregierung hebt die Quarantäne (teilweise) auf und verkürzt die Isolationszeit.

Vermehrt rücken die Akutabteilungen in den Fokus, weniger die Intensivstationen. Grund dafür sind die milderen Krankheitsverläufe bei Omikron.

Nur: Wie lange reichen die Kapazitäten der Spitäler auf den Akutabteilungen aus?

«Knappheit ist denkbar»

Das Insel-Spital Bern schreibt auf Anfrage von Nau.ch, dass man im Januar mit einem deutlichen Anstieg der Hospitalisierungen rechne. «Vor allem auf den Bettenstationen – in geringerem Mass auch auf der Intensivstation.»

Das Unispital Zürich stellt klar: «Wie viel Kapazitäten Spitäler für Covid-Patienten haben, hängt jedoch nicht nur von den freien Betten ab.» Vielmehr auch von der fachlichen Versorgung, das heisst dem dafür qualifizierten Personal.

Universitätsspital Zürich coronavirus
Menschen mit Atemschutzmasken bewegen sich vor dem Haupteingang vom Universitäts Spital Zürich, aufgenommen am Dienstag, 10. November 2020 in Zürich. - Keystone

Falls es die Situation erfordert, könnten Kapazitäten auf Spitalebene erweitert oder verschoben werden. «Eine Knappheit ist denkbar bei hohem Patientenaufkommen in Kombination mit grossen Personalausfällen in spezialisierten Bereichen.»

Coronavirus: Personal-Engpass als Herausforderung

Die Erfahrungen der vorherigen Wellen helfen den Spitälern bei der Bewältigung. Allerdings stellt Omikron eine besondere Herausforderung dar.

«Im Unterschied zu früher stehen in dieser Welle die Personalausfälle stärker im Vordergrund», schreibt das Insel-Spital. Aktuell können Ausfälle meist in den Teams oder durch Personalverschiebungen abgefangen werden.

Aber: «Wir rechnen allerdings auch beim Personal in den kommenden Wochen mit einem weiteren Anstieg der Ausfälle durch Infektionen oder Quarantäne.»

Coronavirus
Derzeit stecken sich in der Schweiz so viele Menschen mit dem Coronavirus an, wie nie zuvor.
Alain Bersetz
Laut Gesundheitsminister Alain Berset werden die Hospitalisationen weiter steigen. Allerdings werden in Zukunft vermehrt die Akutabteilungen in den Fokus rücken.
Intensivstation
Wegen milderen Verläufen bei der Omikron-Variante konnte eine Überlastung der Intensivstationen bisher verhindert werden.
Booster
Derzeit ist gut ein Viertel der Schweizer Bevölkerung dreifach gegen das Coronavirus geimpft.

Das Kantonsspital Aarau bereitet sich mit verschiedenen Szenarien auf ein erhöhtes Patientenaufkommen vor.

Der Regelbetrieb werde so lange wie möglich weitergeführt, heisst es auf Anfrage. «Ausserdem sind wir in der Vorbereitung, um unser betriebsinternes Kita-Angebot für unsere Mitarbeitenden auszubauen, sodass diese bestmöglich entlastet werden können.»

Mehr zum Thema:

Alain Berset Bundesrat Coronavirus