So züchtet Lausanner Labor Haut für Brandverletzte von Crans-Montana

Keystone-SDA
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Lausanne,

Nach dem Brand in Crans-Montana VS läuft die Produktion von Haut im Universitätsspital Lausanne auf Hochtouren. Ein Speziallabor züchtet aus Zellen der Brandopfer neues Gewebe für Transplantationen.

Eine biomedizinische Analytikerin seziert ein Stück Haut, um es zu vermehren und im Zellproduktionszentrum des CHUV in Epalinges VD zu kultivieren. Das Labor ist auf die Herstellung vo...
Eine biomedizinische Analytikerin seziert ein Stück Haut, um es zu vermehren und im Zellproduktionszentrum des CHUV in Epalinges VD zu kultivieren. Das Labor ist auf die Herstellung vo... - Keystone/MARTIAL TREZZINI

Das Wichtigste in Kürze

  • In Lausanne wird in einem Speziallabor Haut für Brandverletzte gezüchtet.
  • Das Zentrum kümmert sich um Hautproben von elf Opfern des verheerenden Brandes in Crans.
  • Weitere Anfragen im Zusammenhang mit der Tragödie werden noch erwartet.

Seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana häufen sich die Anfragen beim Zentrum für Zellproduktion. Eine derartige Betriebsamkeit hat das Labor bislang noch nie erlebt.

«Wir wurden sehr rasch angefragt, bereits am Freitag, dem 2. Januar», sagte die Biologin Stéphanie Droz-Georget, die im Labor für die Produktion verantwortlich ist, zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Ein Stück gesunder Haut eines am Lausanner Universitätsspital (Chuv) behandelten Patienten wurde dem Zentrum überbracht, um daraus Gewebe zu züchten, das später transplantiert werden kann.

Risiko zur Abstossung besteht nicht

Nach zwei bis drei Wochen wird aus dem kleinen, in einer Zellkultur kultivierten Hautstück rund 2600 Quadratzentimeter Gewebe gewachsen sein. Das entspricht in etwa der Oberfläche eines menschlichen Rückens, wie Droz-Georget erklärt.

Bei diesen Geweben handelt es sich streng genommen nicht um Haut. «Sie haben keine Poren, und auch Haare fehlen», betont die Biologin. Da sie jedoch aus den Zellen des schwer Brandverletzten selbst hergestellt werden, besteht kein Risiko einer Abstossung. Das einzige Risiko liegt darin, dass das Transplantat in seltenen Fällen nicht anwächst.

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Nach der Herstellung liegen die Gewebe in Form dünner, durchscheinender, rechteckiger Schichten vor. Diese kleinen «Blättchen», wie Droz-Georget sie nennt, werden auf die geschädigten Hautpartien des Patienten aufgelegt.

Sind sie einmal angewachsen, bleiben sie lebenslang bestehen. Die Behandlung kann nach einigen Jahren erneut durchgeführt werden.

Bereits Hautproben von elf Crans-Opfern

Bis heute hat sich das Zellproduktionszentrum des Chuv um Hautproben von elf Opfern des verheerenden Brandes in einer Bar in der Silvesternacht kümmern müssen. Weitere Anfragen im Zusammenhang mit der Tragödie werden noch erwartet.

Für das Zentrum stellt die aktuelle Situation eine aussergewöhnliche Belastung dar. «Unter normalen Umständen werden wir zwischen 15 und 25 Mal pro Jahr angefragt», so Droz-Georget.

Der Jahresbeginn sei auch emotional sehr belastend gewesen. Die Teams des Labors hätten sich aber spontan und geschlossen mobilisiert.

Einziges Labor in Europa

Das Zellproduktionszentrum des Chuv ist das einzige seiner Grösse in Europa. Seine Verfahren wurden vom Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic zugelassen. Neben Hautzellen können im Labor auch Zellen, wie etwa Knorpelzellen, gezüchtet werden.

Das Labor in Epalinges bei Lausanne, das Anfragen aus ganz Europa entgegennimmt, wird in der Regel für Personen in Anspruch genommen, die Verbrennungen an mindestens 40 Prozent ihrer Hautoberfläche erlitten haben.

Viele der Opfer von Crans-Montana hatten Verbrennungen an mehr als 60 Prozent ihres Körpers.

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