Wasser

    Chinesische Qualle breitet sich in Schweizer Seen aus

    Fabienne Endras
    Fabienne Endras

    Lugano,

    Eine fast unsichtbare chinesische Süsswasserqualle lebt in unseren Seen. Steigende Wassertemperaturen begünstigen ihre Ausbreitung.

    Lago Maggiore
    Eine chinesische Süsswasserqualle hat sich in Schweizer Seen ausgebreitet. Sie ist wahrscheinlich schon weiter verbreitet, als wir denken. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Steigende Wassertemperaturen fördern die Ausbreitung der chinesischen Qualle in Schweizer Gewässern.
    • Die kaum sichtbare Qualle ist ungefährlich für Menschen und bleibt meist unbemerkt.
    • Fachleute vermuten, dass die Süsswasserqualle weiter verbreitet ist, als bisher bekannt.

    Sie ist kaum zu sehen und für den Menschen ungefährlich: Eine Süsswasserqualle aus China lebt in mehreren Schweizer Seen. Steigende Wassertemperaturen begünstigen ihre Verbreitung.

    Die Qualle trägt den wissenschaftlichen Namen Craspedacusta sowerbii. Zum ersten Mal wurde sie 1880 in einem botanischen Gewächshaus in London beschrieben. Seither hat sie sich weltweit verbreitet und ist auf fast allen Kontinenten nachgewiesen worden.

    Qualle
    Craspedacusta sowerbii ist eine Süsswasserqualle, die ursprünglich aus China kommt und sich weltweit ausgebreitet hat. - keystone

    In der Schweiz wurde die Qualle erstmals 1962 im Tessin im Fluss Ticino gesichtet. Später wurde sie auch im Luganersee beobachtet, wie «SRF» berichtet. Sie taucht dort vor allem in den wärmeren Monaten auf.

    Keine Gefahr für Schwimmer

    Das durchsichtige Tier misst meist nur ein bis zwei Zentimeter im Durchmesser und ist deshalb im Wasser kaum zu sehen. Die Qualle ernährt sich von winzigen Planktonorganismen. Dafür nutzt sie sogenannte Nesselzellen.

    Das Gift in den Nesselzellen löst jedoch beim Menschen keine spürbare Wirkung aus. Wer der Qualle beim Schwimmen begegnet, bemerkt sie oft gar nicht.

    Die Quallen tauchen vor allem zwischen Sommer und Frühherbst auf, wenn das Wasser über 25 Grad warm ist. Die Quallen treten jedoch unregelmässig auf: Manchmal sind sie nur wenige Wochen sichtbar und verschwinden danach für Jahre wieder.

    Wahrscheinlich weiter verbreitet als gedacht

    Eine Studie aus dem Jahr 2024 hat mindestens 61 Standorte in Italien erfasst, an denen die Süsswasserqualle beobachtet wurde. Darunter sind der Gardasee, der Lago Maggiore, der Comer See und der Luganersee. Aber auch im Genfersee wurde die Qualle schon nachgewiesen.

    Hast du schon einmal eine Qualle gesehen?

    Laut «SRF» gehen Fachleute davon aus, dass die Qualle noch weiter verbreitet ist, als direkte Beobachtungen zeigen.

    Bisher sind die Auswirkungen der Süsswasserqualle auf die Ökosysteme der Seen gering. Ob das so bleibt, weiss man noch nicht.

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    Kommentare

    User #5225 (nicht angemeldet)

    Bereitet die SVP bereits ein Referendum vor?

    User #7026 (nicht angemeldet)

    Quallengelee🍮🪼

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