Ein Darmpilz macht Prostatakrebs resistent gegen Therapie
Ein Pilz aus dem Darm kann Prostatakrebs beim Wachsen helfen. Nach einer Hormontherapie kann der Pilz vom Darm in den Tumor wandern und dort die Wirkung der Behandlung untergraben, wie Tessiner Forschende in einer neuen Studie zeigen.

Der Pilz Nakaseomyces glabratus gelange vom Darm in den Blutkreislauf und so zum Tumor, teilte die Universität der italienischen Schweiz (USI) am Donnerstag mit. Die Forschenden des Instituts für Onkologieforschung (IOR) identifizierten die Androgenentzugstherapie, eine gängigen Hormonbehandlung bei Prostatakrebs, als Auslöser für diese Wanderung.
Im Tumor aktivierte der Pilz daraufhin bestimmte Immunzellen, welche die körpereigene Abwehr unterdrückten und so das Krebswachstum begünstigten. Dies führte zu einer Resistenz gegen die Krebstherapie. Über diese Erkenntnisse berichteten die Forscherinnen und Forscher in einer Studie im Fachmagazin «Nature Cancer».
In Versuchen mit Mäusen konnten die Forschenden die negativen Effekte des Pilzes reduzieren. Durch die orale Verabreichung eines speziellen Hydrogels wurde die Wanderung des Pilzes vom Darm zum Tumor blockiert. Dies führte zu einer geringeren Infiltration von immunsuppressiven Zellen im Tumor und verlangsamte das Tumorwachstum.
Weitere Studien mit grösseren Patientengruppen seien nun erforderlich. Damit soll geklärt werden, wie häufig dieser Mechanismus bei Patienten auftritt und ob neue Behandlungsansätze daraus entwickelt werden können.










