Wasser

    St. Gallen fehlen Wasser-Reserven – Engpass droht

    Franz Welte
    Franz Welte

    Stadt St. Gallen,

    Die Trockenheit hat die Wasserversorgung in St. Gallen gefordert. Bis 2029 fehlt ein zweites unabhängiges Standbein.

    Seewasserwerk
    Bis zur Inbetriebnahme des Seewasserwerks Riet II frühestens 2029 bleibt die Trinkwasserversorgungssicherheit ungenügend. Das Bild zeigt das vorgesehene Gebäude im Modell. - pd

    Die aussergewöhnliche Trockenheit des Sommers hat in verschiedenen Gemeinden zu Wasserknappheit geführt. Festgestellt wurden sinkende Quellenerträge und ein stark erhöhter Wasserverbrauch, was auch zu Bewässerungsverboten führte.

    Gegenwärtig verfügt die Stadt neben dem Seewasserwerk in Frasnacht über kein unabhängiges zweites Standbein der Wasserversorgung. Damit erfüllt sie die bundesrechtlichen Vorschriften für die Trinkwasserversorgung in schweren Mangellagen nicht.

    Das neue Seewasserwerk II (Riet II) der Regionalen Wasserversorgung St. Gallen AG (RWSG) soll diese Lücke schliessen. Mit dem Bau wurde allerdings erst begonnen, die Inbetriebnahme ist für Mitte 2029 vorgesehen.

    Wasserreservoir
    Die Trockenheit des Sommers führt in verschiedenen Gemeinden zu Wasserknappheit. (Symbolbild) - keystone

    Das Seewasserwerk Rorschach, das im Notfall aushelfen könnte, geht dem Ende seiner Lebensdauer entgegen.

    Fragen nach Massnahmen

    Die beiden Stadtparlamentarier wollen vom Stadtrat konkret wissen, ob er aufgrund der aussergewöhnlichen Trockenheit in diesem Sommer eine neue Risikoanalyse vorgenommen hat. Zudem interessiert sie, ob zusätzliche Übergangsmassnahmen, Reservekapazitäten, Leitungsverbindungen und verbindliche Vereinbarungen mit anderen Wasserversorgungen geprüft werden und ob eine frühere Inbetriebnahme des Seewasserwerks II angestrebt wird.

    Die Beantwortung steht noch aus. Im Folgenden werden die neuen Massnahmen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit aufgezeigt.

    Das neue Seewasserwerk

    Das Seewasserwerk Riet II entsteht am Standort des bestehenden Hochdruckpumpwerks Riet in Goldach. Am 14. August erfolgte der Spatenstich.

    Die Kosten betragen rund 60 Millionen Franken. Sie werden nach dem neuen Modell auf die Partner verteilt und später über den Wasserpreis verrechnet.

    Machst du dir wegen der Wassersituation Sorgen?

    Die RWSG stellt nach eigenen Angaben die Versorgung mit Trink-, Brauch- und Löschwasser für über 150'000 Menschen in der Region sicher. Die zwölf Ostschweizer Partner des Unternehmens sind Abtwil-St. Josefen, Andwil-Anderegg, Arbon, Engelburg, Goldach, Gossau, Herisau, Mörschwil, Rorschach, St. Gallen, Speicher und Teufen.

    Problem mit Quagga-Muschel

    Das bestehende Seewasserwerk Frasnacht wurde 1998 gebaut und gehört zu den bestausgerüsteten Wasserwerken der Schweiz. Dennoch erachtet der Bund ein zweites Standbein als unerlässlich, um die Versorgungssicherheit ausreichend zu gewährleisten.

    Eine Herausforderung in Frasnacht ist die Quagga-Muschel. Sie wächst gerne an den Fassungskörben und in den Rohren. Weil die Gefahr besteht, dass die Leitungen verstopfen, wird einmal im Jahr eine Unterwasserdrohne durch die 1,5 Kilometer lange Seeleitung geschickt.

    Quaggamuschel
    Die invasive Quaggamuschel ist in fast allen grossen Schweizer Seen vertreten. - keystone

    Sie kontrolliert, ob die Population zugenommen hat. Vor zwei Jahren wurden zudem zwei Notstromgeneratoren eingebaut. Sie sorgen dafür, dass auch bei einem Stromausfall weiterhin Wasser in die Stadt fliesst.

    2023 konnte nach dreijähriger Bauzeit auch die neue, 5,3 Kilometer lange Wassertransportleitung zwischen Goldach und St. Gallen in Betrieb genommen werden. Auch sie trägt zur Versorgungssicherheit bei.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.

    Kommentare

    User #5020 (nicht angemeldet)

    Ja genau nach 1 Sommer, wieso wird nicht rationiert? Es hat genug Wasser, alles fürs Geld und Klimawandel, solche Sommer gabs schon immer zwischendurch, jetzt kommt der Regen und Winter, genug Wasser es ersäuft alles wieder

    User #1999 (nicht angemeldet)

    Uhhhh ja sicher wir werden morgen verdursten😂🤫😂

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