Auch in Berner Quartier: Immer wieder Widerstand gegen Moschee-Pläne
Moschee-Pläne sorgen in der Schweiz immer wieder für teils heftigen Widerstand – auch im Berner Quartier Wittigkofen.

In der Schweiz formiert sich immer wieder Widerstand gegen geplante Moscheen. Das zeigen aktuelle Fälle aus verschiedenen Kantonen.
In Siebnen SZ haben tausende Leute eine Petition gegen eine geplante Moschee unterschrieben. Die albanische Gemeinschaft zieht daraufhin ihre Pläne für den muslimischen Gebetsraum zurück.
Auch in St. Gallen sorgt ein Projekt für eine millionenteure Grossmoschee derzeit für Aufregung.
Gleiches Bild im Berner Quartier Wittigkofen: Hier sollte im kirchlichen Quartierzentrum ein Gebetsraum entstehen. Der Widerstand aus der Bevölkerung ist ebenfalls gross.
«Es sind nicht unsere Freunde», sagt ein älterer Mann zu SRF. Eine Frau ergänzt: «Ihre Kultur ist uns fremd.»
Der Widerstand ist so heftig, dass Sozialarbeiterinnen der Kirche Drohungen und Beleidigungen erhalten.

Das Quartierzentrum gehört der reformierten Kirche. Wegen Mitgliederschwund und finanzieller Einbussen muss sie dieses nun verkaufen. 1,8 Millionen Franken verlangt sie dafür.
Bis Ende März hatte das Islamische Zentrum Bern Zeit, diese Summe aufzubringen. Eine Absichtserklärung zum Verkauf war bereits im September unterzeichnet worden.
Doch die Frist verstreicht ohne Erfolg. Es kommt zu wenig Geld zusammen für den Kauf. Nun können sich neue Interessenten für das Quartierzentrum Wittigkofen melden.

«Wir bleiben mit der Kirche im Gespräch», sagt Ali Osman, Präsident des Islamischen Zentrums Bern, zu SRF. Er hat die Moschee-Pläne in Wittigkofen vorangetrieben.
Osman kann die Skepsis der Anwohnerinnen und Anwohner verstehen: «Man hat Angst vor dem, was man nicht kennt.» Er stellt aber sofort klar: «Wir wollen niemandem etwas wegnehmen.»












