Weiterbildung: So gelingt die berufliche Neuorientierung
In der Schweiz ist die Weiterbildung beliebt. Dennoch wagen nicht alle den Schritt zu einer beruflichen Neuorientierung. Häufig wegen vier Hürden.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweiz sind Weiterbildungen beliebt.
- Vielen fällt der Schritt in eine berufliche Neuorientierung schwer.
- Auf finanzielle Sicherheit und eine sichere Zukunft legt man in der Schweiz grossen Wert.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) erhebt seit mehreren Jahren wichtige Daten zur beruflichen Mobilität in der Schweiz. Die Auswertungen zeigen, dass sich bei den Stellenwechseln langfristig weder ein klarer Anstieg noch ein Rückgang erkennen lässt.
Zudem untersucht das BFS, wohin Schweizerinnen und Schweizer nach einer Küdigung wechseln. Rund ein Drittel der Personen, die ihre Stelle kündigen, bleibt in derselben Branche oder im gleichen Berufsfeld tätig. Lediglich 28 Prozent wechseln sowohl den Beruf als auch die Branche.
Auch wenn der Wunsch nach einem Berufswechsel gross ist, fehlen oft Geld, Mut oder die nötige Unterstützung. Deshalb scheitert ein beruflicher Neustart bei vielen Menschen. Wir zeigen Ihnen die häufigsten vier Hindernisse und wie man diese überwinden kann.
Die finanzielle Angst und fehlende Planung
Finanzielle Sicherheit und eine stabile Zukunft sind Schweizerinnen und Schweizern besonders wichtig. Viele sparen regelmässig und verfügen zusätzlich über einen Notgroschen für den Fall der Fälle. Eine Jobkündigung mit ungewissen finanziellen Perspektiven passt deshalb oft nicht zu diesem Sicherheitsdenken.
Für viele Menschen ist ein Neuanfang ohne ausreichende finanzielle Rücklagen riskant und unüberlegt. Die Angst vor finanziellen Engpässen hält viele von einer Weiterbildung ab.

Eine genaue Einnahmen- und Ausgabenrechnung kann dabei Klarheit schaffen. Zudem lohnt es sich zu prüfen, ob Anspruch auf Finanzielle Unterstützung besteht. Der Bund, die Kantone und die Arbeitgeber setzen sich gemeinsam dafür ein, Menschen bei ihrer beruflichen Weiterbildung zu unterstützen. Wenn dies nicht möglich ist, kann geprüft werden, ob sich die Übergangszeit mit Erspartem finanzieren lässt.
Lähmende Selbstzweifel bei einer Weiterbildung
Gedanken wie «Bin ich überhaupt klug genug für eine berufliche Neuorientierung?» oder «Finde ich eine neue Anstellung?» blockieren viele Menschen. Dabei sollte man sich bewusst machen, dass ein Schritt in eine neue Richtung immer ein Lernprozess ist. Niemand sollte den Anspruch haben, von Anfang an perfekt zu sein.

Wer sich für eine Weiterbildung interessiert, wird schnell feststellen, dass Standortbestimmungen dabei helfen, die eigenen Fähigkeiten einzuschätzen. Gleichzeitig geben sie einen guten Überblick über die gestellten Anforderungen. Falls man sich dennoch überfordert fühlt, besteht jederzeit die Möglichkeit, sich von einer Weiterbildung abzumelden.
Falsche Loyalität und die Angst vor Reaktionen
Viele Arbeitnehmende hadern monatelang mit einer Kündigung. Man fühlt sich gegenüber dem Arbeitsteam schuldig oder hat Angst vor dem Gespräch mit dem Chef oder der Chefin. Oft werden negative oder sogar abwertende Reaktionen im Arbeitsumfeld befürchtet.
Wichtig dabei ist, Berufliches und Privates klar voneinander zu trennen. Kündigungen sollten immer fristgerecht und mit einer ausführlichen Erklärung eingereicht werden. Ehrlichkeit und Transparenz zahlen sich in den meisten Fällen aus. Im Vordergrund sollte ein guter Abschluss stehen, bei dem sich beide Seiten respektvoll verabschieden.
Das Verharren in der Komfortzone
Man fährt jeden Tag dieselbe Strecke zur Arbeit, begrüsst jeden Morgen die gleichen Menschen und hat seinen Stammplatz am Mittagstisch. Die Vertrautheit des gewohnten Alltags ist oft stärker als der Wunsch nach Veränderung. Der Gedanke «Es geht ja irgendwie» hält viele Menschen in ihren Jobs fest.

Die Entscheidung für eine Weiterbildung und eine berufliche Neuorientierung erfordert deshalb viel Eigeninitiative. Hilfreich kann sein, sich an Situationen zu erinnern, in denen man bereits vor einer ähnlich grossen Veränderung stand. Dadurch kann man reflektieren, wie man diese Herausforderung damals gemeistert hat und welche Sachen einem dabei geholfen haben.















