Angriff auf Moschee in San Diego - mindestens drei Tote
Drei Tote vor einer Moschee in San Diego: Die beiden Teenager-Täter richten sich nach der Tat selbst.

Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Teenager (17 und 18) erschossen vor einem Islamic Center drei erwachsene Männer.
- Kurz darauf nahmen sich die mutmasslichen Schützen in einem Fahrzeug das Leben.
- Polizei und FBI ermitteln in San Diego wegen eines möglichen Hassverbrechens.
In San Diego ist es am Montagmittag (Ortszeit) zu einer tödlichen Schiesserei vor dem Islamic Center gekommen. Drei erwachsene Männer wurden im Stadtteil Clairemont vor dem grössten muslimischen Zentrum der Region erschossen. Unter den Opfern ist auch ein Sicherheitsmitarbeiter der Einrichtung. Bei den beiden anderen handelt es sich laut Medienberichten um Mitarbeiter.
Noch sei nicht genau geklärt, was vor der Moschee passiert sei, sagte der örtliche Polizeichef Scott Wahl mit Blick auf den getöteten Wachmann. «Aber an dieser Stelle kann man wohl mit Sicherheit sagen, dass sein Handeln heldenhaft war und er heute zweifellos Leben gerettet hat.»
Wahl zufolge machten sich die Beamten umgehend daran, das Gebäude zu durchsuchen. Ungefähr zur gleichen Zeit sei ein weiterer Notruf eingegangen, demzufolge wenige Strassen entfernt auf einen Garten- und Landschaftsbauer geschossen worden sei.
Der Gärtner blieb glücklicherweise aber unverletzt. Die genauen Umstände seien noch unklar, doch möglich sei, dass sein Helm ihm das Leben gerettet habe.
Tat wird vorläufig als Hassverbrechen eingestuft – Täter richteten sich selbst
Wenige Minuten nach den ersten Schüssen gingen bei der Polizei Meldungen über weiteres Feuer zwei Häuserblocks entfernt ein. Dort entdeckten die Einsatzkräfte zwei mutmassliche Täter tot in einem Fahrzeug. Beide hätten sich offenbar selbst gerichtet, sagte Polizeichef Scott Wahl. Die Schützen seien 17 und 18 Jahre alt gewesen.
Wahl sprach von einer äusserst chaotischen Szene und einem der eindrücklichsten Einsätze seiner 28-jährigen Laufbahn. Zwischen 50 und 100 Beamte waren vor Ort. Die Ermittler stufen die Tat vorläufig als Hassverbrechen ein, das FBI hat die Untersuchung übernommen. FBI-Agent Mark Remily rief die Bevölkerung auf, mögliche Hinweise zur Tat weiterzuleiten.
Mutter verständigte die Polizei zwei Stunden vor der Tat
Polizeichef Wahl teilte darüber hinaus mit, die Mutter von einem der beiden Tatverdächtigen habe rund zwei Stunden vor dem Angriff bei der Polizei angerufen: Ihr Sohn sei verschwunden, genauso wie mehrere ihrer Waffen und ihr Auto. Zudem sei er mit einem Freund unterwegs und trage Tarnkleidung. Die Mutter nahm an, ihr Sohn wolle sich das Leben nehmen.
Die Beamten schlussfolgerten Wahl zufolge allerdings, dass die Details nicht zu einem Suizid passten. In der Folge habe die Polizei Beamte an mutmassliche Ziele eines Gewaltverbrechens geschickt, darunter ein Einkaufszentrum und eine Schule. Beamte seien nur wenige Strassen entfernt gewesen, als schliesslich der Notruf vom islamischen Zentrum einging.
Grösste muslimisches Zentrum in San Diego
Auf dem Gelände der Moschee befindet sich auch die Al Rashid School. Die Kinder, die zum Tatzeitpunkt Unterricht hatten, blieben unverletzt und wurden zu einem Sammelpunkt für ihre Eltern gebracht. Auch eine nahegelegene jüdische Schule wurde vorsorglich abgeriegelt.
Das Islamic Center of San Diego ist mit über 5000 Mitgliedern das grösste muslimische Zentrum im County. Bürgermeister Todd Gloria sicherte der muslimischen Gemeinde Unterstützung zu und betonte, in San Diego habe Hass keinen Platz. Gouverneur Gavin Newsom wurde laut seinem Büro über die Lage informiert.
















