Berichte über neue Siedlergewalt - Moschee in Brand gesetzt
Israelische Siedler haben palästinensischen Medienberichten zufolge in den frühen Morgenstunden mehrere Dörfer im Westjordanland angegriffen.

In einem Ort in der Nähe von Ramallah sei eine Moschee in Brand gesetzt worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa.
Die Siedler hätten auch mehrere Fahrzeuge angezündet. In einem anderen Dorf in der Nähe von Nablus hätten die Angreifer Türen eingerissen und unter den Bewohnern für Panik gesorgt, hiess es weiter. Vom israelischen Militär gab es zunächst keine Bestätigung der Vorfälle.
Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hat die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser und deren Eigentum im besetzten Westjordanland deutlich zugenommen.
Der für das Westjordanland zuständige israelische Kommandeur Avi Bluth hatte die Siedlergewalt zuletzt klar verurteilt. Den israelischen Sicherheitskräften wird jedoch weiterhin vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen.
Die Berichte über die neue Gewalt kommen einen Tag nach einem umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem. Zehntausende nationalistische Israelis zogen dort unter massivem Polizeischutz durch die Altstadt, auch durch muslimische Viertel. Medien berichteten von antiarabischen Parolen, Angriffen auf Anwohner und beschädigten Schaufenstern.
Der 15. Mai ist zudem für Palästinenser der sogenannte Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), an dem einen Tag nach dem Jahrestag der israelischen Staatsgründung vom 14. Mai 1948 an die Zerstörung palästinensischer Dörfer und die Vertreibung der Einwohner erinnert wird.














