Angesichts der aktuell kritischen Phase der Coronavirus-Pandemie rufen 49 Medizinethikerinnen und -ethiker Behörden und Bevölkerung zu Solidarität und Verantwortung auf. Und das Schweizerische Rote Kreuz setzt Freiwillige gegen das Coronavirus ein.
Coronavirus - Test
Ein positiver Corona-Test. - dpa

In einem Weihnachts-Appell rufen die Medizinethikerinnen und -ethiker Behörden und Institutionen dazu auf, die medizinische Versorgung aller sicher zu stellen, die diese benötigen, wie die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) am Mittwoch mitteilte. Diejenigen, die von der Pandemie am stärksten betroffen seien, dürften nicht vergessen werden.

«Gemeinsam können wir die Welle brechen», heisst es in dem Appell. Es brauche die Mithilfe aller Menschen: der Geimpften, der Ungeimpften und der Genesenen.

Die Medizinethikerinnen und -ethiker empfehlen allen Menschen, für die die Impfung aktuell empfohlen werde, sich impfen zu lassen auch mit dem Booster. Darüber hinaus seien alle in der moralischen Pflicht, Kontakte zu reduzieren und Hygienemassnahmen einzuhalten, um die Pandemie zu verlangsamen.

Die Kriminalstatistiken belegen eine Zunahme von Gewalt in Familie und Partnerschaft seit Ausbruch der Pandemie. Im Hinblick auf die Weihnachtsfeiertage starten verschiedene Stellen gemeinsam eine Kampagne in den sozialen Medien gegen häusliche Gewalt.

Die Kampagne der Konferenz der Kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) und des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) richtet sich gezielt an jugendliche Opfer elterlicher Gewalt und sowie an Erwachsene und ältere Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Opfer können sich auch während der Festtage in allen Kantonen an die bestehenden Hilfsangebote wenden.

Weil das Personal fehlt, schliesst der Kanton Freiburg die Impfzentren in Granges-Paccot und Bulle während eines Teils der Festtage oder schränkt den Betrieb ein. Der Entscheid wirft hohe Wellen im Kanton. Die Behörden begründen ihren Entscheid mit der Erschöpfung des Personals.

Die Freisinnigen und ihre Jugendsektion kritisieren, es sei nicht akzeptabel, «die Freiburgerinnen und Freiburger zur Impfung aufzufordern und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit dazu zu nehmen». Wie andere Westschweizer Kantone wird auch der Kanton Freiburg seit Kurzem von der Armee unterstützt. Doch diese Verstärkung müsse zuerst ausgebildet werden, erklärte Christophe Monney, stellvertretender Kantonsarzt, gegenüber der Tageszeitung «La Liberté».

Auf Wunsch des Bundes unterstützt das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ab sofort das Personal in Impfzentren, Spitälern, Alters- und Pflegeheimen. Eingesetzt werden Freiwillige mit medizinischen Kompetenzen.

Unterdessen reichte der Pharmakonzern Johnson & Johnson in der Schweiz ein Gesuch für die Auffrischungsimpfung mit dem Covid-19-Impfstoff «Covid-19-Vaccine Janssen» ein. Die Heilmittelbehörde Swissmedic prüft die eingereichten Daten in der rollenden Begutachtung auf Sicherheit und Wirksamkeit.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden 11'562 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte das BAG 32 neue Todesfälle und 178 Spitaleinweisungen.

Die Auslastung der Intensivstationen beträgt zurzeit 79,80 Prozent. 36,20 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten belegt. 66,92 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz sind mittlerweile vollständig geimpft. Ausserdem haben rund 20 Prozent der Bevölkerung und rund 60 Prozent der über 65-Jährigen eine sogenannte Booster-Impfung erhalten.

Mehr zum Thema:

Johnson & Johnson Gleichstellung Swissmedic Gewalt Daten Schweizer Armee Coronavirus