12 Tonnen Kitkat gestohlen – bei Coop schlägt Tracker Alarm
12 Tonnen Riegel der Marke Kitkat sind bis heute verschwunden. Bei Produkten von Coop schlägt ein Tracking-Tool ständig Alarm – angeblich zu Unrecht.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Konzern Nestlé will mit einem Tracking-Tool gestohlenen Kitkats auf die Spur kommen.
- Produkte aus Coop-Filialen sollen aus der vermissten Lieferung stammen.
- Nestlé und Coop widersprechen.
Der Nahrungsmittelhersteller Nestlé zählt auf die Hilfe von Schoggifans – und Hobby-Detektiven. Der Konzern hat deshalb online ein Tracking-Tool eingerichtet.
Geben User dort die Chargennummer eines Kitkat-Produkts ein, finden sie heraus, ob sie eines aus einer gestohlenen Lieferung erwischt haben. Ist dies der Fall, können sie es gleich dem Konzern melden.
Der Hintergrund: Seit März vermisst Nestlé 12 Tonnen Kitkat-Produkte. Vom beladenen Lastwagen, der auf dem Weg von Italien nach Polen war, fehlt jede Spur.
Verschwunden sind 413'793 Packungen der Formel-1-Edition.
Diese besteht aus Riegeln in Rennwagenform, die Kitkat anlässlich der diesjährigen globalen Kooperationspartnerschaft mit der Formel 1 lanciert hat.
«Du hast ein gestohlenes Kitkat gefunden!»
Nau.ch hat den Diebstahl-Test mit zwei zufällig ausgewählten Packungen desselben Produkts der Formel-1-Riegel gemacht.
Die eine Packung stammt aus einer Coop-Filiale in der Zürcher Agglo, die andere aus einer in der Stadt Zürich. Beide Packungen haben die Chargennummer 60560848 – und bei beiden schlägt der Kitkat-Tracker Alarm.
«You found a stolen Kitkat!», meldet der Tracker jeweils. Wir haben also gleich zwei Kitkat-Riegel der gestohlenen Lieferung erwischt.
Unter der Meldung ermuntert Kitkat dazu, Namen, Vornamen und E-Mail-Adresse anzugeben. «Damit wir die Beweise an die zuständigen Behörden weiterleiten können», erklärt der Tracker.
«Falsch-positive Ergebnisse»
Der Kitkat-Tracker hat bei den beiden Produkten von Coop aber Fehlalarm geschlagen. «Wir können bestätigen, dass diese Produkte nicht aus dem gestohlenen Lastwagen stammen», sagt ein Nestlé-Sprecher auf Anfrage. Es handle sich um falsch-positive Ergebnisse.
«Tatsächlich teilt eine begrenzte Anzahl von KitKat-Produkten dieselbe Chargennummer wie jene der gestohlenen Lieferung.» Es handle sich um Produkte, die in die Schweiz geliefert und in verschiedenen Regionen des Landes vertrieben worden seien.
Zuvor berichteten «20 Minuten» und «Blick» über einen Fall aus einer weiteren Zürcher Coop-Filiale. Auch dort löste der Tracker laut Nestlé einen Fehlalarm aus.
Dennoch soll das Tracking-Tool von Nutzen sein. «Unser Tracking-Tool hat die Ermittlungen aktiv unterstützt und es ermöglicht, eine glaubwürdige Spur zu identifizieren», sagt der Nestlé-Sprecher.
Diese werden derzeit von den zuständigen Behörden analysiert. «Die Untersuchung ist weiterhin im Gange, und wir arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen.»
Keine gestohlenen Riegel bei Coop
Bei Coop sollen keine gestohlenen Produkte in den Regalen gelandet sein.
«Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass gestohlene Produkte in die Lieferketten der offiziellen Supermärkte gelangt sind», sagt der Nestlé-Sprecher.
Auch Coop-Mediensprecherin Maja Riegler spricht von einem Fehlalarm.
«Die Chargennummer 60560848 ist von den falsch positiven Ergebnissen betroffen», sagt Riegler. Coop beziehe die Regel direkt von Nestlé Schweiz. So sei sichergestellt, dass der Detailhändler keine gestohlene Ware anbietet.


















