Schiffsabgase in der Arktis verstärken Wärmeeffekt bei Wolken
Forschende der EPFL haben den Einfluss von Schiffsabgasen auf die Wolkenbildung in der Arktis untersucht. Die Emissionen eines einzigen Schiffes erhöhten die Wärmekraft der Wolken um bis zu 22 Prozent, was die Eisschmelze beschleunigen kann.

Die Forschenden nutzten für ihre Analyse ursprünglich als Verunreinigung eingestufte Daten, wie die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) am Montag mitteilte. Während einer Expedition in der Arktis kontaminierte der Auspuff des eigenen Forschungsschiffes «Polarstern» rund 60 Prozent der Messungen.
Das Team um die Professorin Julia Schmale entschied sich, diesen unbeabsichtigten Effekt zu untersuchen. Die Analyse ergab, dass die verschmutzten Wolken wie eine Decke wirkten und die Oberfläche stärker erwärmten als unbelastete Wolken. Dieser Effekt könne zu einer beschleunigten Eisschmelze führen.
Der beobachtete Einfluss sei trotz der Verwendung eines der saubersten Treibstoffe mit sehr geringem Schwefelgehalt erheblich gewesen. Saubere Treibstoffe seien ein Schritt in die richtige Richtung, aber es reiche nicht aus, so Schmale.
Die Veränderungen in der Arktis können sich laut der Studie auch auf das Wetter in tieferen Breitengraden auswirken. Eine geringere Meereisbedeckung könne die Winter-Niederschlagsmuster in Europa verändern und zu stärkeren Schneefällen in der Schweiz führen.
Hintergrund der Untersuchung ist der stark zunehmende Schiffsverkehr in der Arktis. In den letzten zwölf Jahren nahm dieser um 40 Prozent zu, da das schmelzende Meereis neue Schifffahrtsrouten freigibt. Bis 2100 werde erwartet, dass der Verkehr in der Polarregion einen Anteil am Welthandel abwickeln werde, welcher den des Suez- und des Panamakanals übertreffe, hiess es weiter.










