Positive Alltagserlebnisse prägen Junge laut Studie mehr als Krisen
Die Universität Zürich wertete Antworten aus einer Langzeitstudie aus. Besonders Schule, Lehre und Beziehungen prägen junge Menschen.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Zürcher Studie zeigt: Jugend ist meist stärker von Positivem geprägt.
- 83 Prozent der genannten prägenden Erlebnisse waren positiv.
- Am häufigsten nannten Jugendliche Schule, Lehre und Ausbildung.
Laut einer Studie der Universität Zürich prägen positive Alltagserlebnisse die Jugend mehr als negative.
Erfahrungen aus Schule, Ausbildung und Beziehungen nannten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der Befragung weitaus häufiger als Krisen oder belastende Ereignisse.
Forschende befragen junge Menschen über Jahre
Forschende werteten für die Studie die Antworten von 1442 Teilnehmenden einer Langzeitstudie aus, wie die Hochschule am Montag mitteilte.
Die jungen Menschen wurden im Alter von 15, 17, 20 und 24 Jahren nach den wichtigsten Ereignissen der letzten Jahre befragt.
Insgesamt waren 83 Prozent der genannten Ereignisse positiv. Am häufigsten berichteten die Befragten von Schule, Ausbildung und Lehre. Dieser Bereich machte fast die Hälfte aller Nennungen aus.
Danach folgten Freundschaften und Liebesbeziehungen mit rund zwölf Prozent. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass Jugend nicht primär aus Krisen besteht», wird Erstautor David Bürgin in der Mitteilung zitiert.
Jugendliche und junge Erwachsene mit stärkeren Symptomen von Angst und Depression berichteten jedoch deutlich häufiger von belastenden Erfahrungen wie Konflikten oder Verlusten. Positive Ereignisse wie Reisen oder Ausbildungserfolge nannten sie seltener.
Laut Ko-Leiterin Lilly Shanahan sollten sich Unterstützungsangebote daher nicht nur auf die Bewältigung von Belastungen konzentrieren, sondern auch positive Erfahrungen fördern.
KI hilft bei der Analyse der Antworten
Für die Analyse der Tausenden Textantworten nutzte das Forschungsteam Methoden der automatisierten Sprachverarbeitung. Laut den Autoren gehört die Studie zu den ersten grossen Langzeituntersuchungen, bei welchen solche Verfahren eingesetzt werden.
Dies erlaube es, ein strukturiertes Bild vom Erleben junger Menschen zu erhalten und gleichzeitig deren Perspektive in ihren eigenen Worten sichtbar zu machen.















