Proteinmenge hat Einfluss auf Gleichgewicht von Zellen und Gewebe
Bereits ein geringer Überschuss eines bestimmten Proteins kann das Gleichgewicht von Zellen und Gewebe stören. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Universität Genf.

Nicht nur die Funktion eines Proteins, sondern auch dessen Menge sei entscheidend, teilte die Universität Genf (UNIGE) mit. Die im Fachjournal «Nature Communications» veröffentlichte Studie untersuchte das Protein Tubulin, einen Grundbaustein der Mikrotubuli, die das innere Gerüst der Zellen bilden.
Je nach Konzentration ermöglicht Tubulin den Auf- oder Abbau dieser Strukturen. Seit mehr als 40 Jahren sei unklar gewesen, weshalb Zellen über einen Mechanismus verfügen, der die Produktion von Tubulin bremst.
Das Forschungsteam um Professorin Ivana Gasic arbeitete mit dreidimensionalen Zellkulturen, sogenannten Sphäroiden. Dabei zeigte sich, dass bereits ein Überschuss von 10 bis 20 Prozent Tubulin die Mikrotubuli ungewöhnlich stabil werden lässt und ihre Fähigkeit zur Umorganisation verlangsamt.
Dies beeinträchtigt laut den Forschenden schrittweise die Organisation des Gewebes und verringert die Lebensfähigkeit der Zellen.
Die Erkenntnisse könnten auch für die Krebsforschung von Bedeutung sein. Mikrotubuli sind das Angriffsziel verschiedener Krebsmedikamente, die die Teilung von Tumorzellen verhindern. Langfristig könnten die Resultate zur Entwicklung neuer Therapien beitragen.










