Pfister will in der Cybersicherheit auf Informationskanäle setzen

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    Region Zug,

    Verteidigungsminister Martin Pfister will in der Cybersicherheit auf Kontaktpunkte zwischen den Staaten setzen. Dies trage zur Deeskalation bei, wie er am Dienstag in Zug in seiner Eröffnungsrede der OSZE-Konferenz zum Thema Cybersicherheit betonte.

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    Verteidigungsminister Martin Pfister. - keystone

    Kontaktpunkte könnten in «normalen Zeiten» wie ein technisches Detail wirken. Doch in einer Krise würden diese zu einem strategischen Vorteil, sagte der Verteidigungsminister vor den Delegierten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Theater Casino Zug.

    Darum gelte es, Informationskanäle bereits zu etablieren, bevor sie notwendig werden. Einen solchen Kanal, den Pfister allerdings nicht explizit nannte, wollen derzeit die USA und China einrichten, um sich über Zwischenfälle im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) auszutauschen.

    Die zentrale Frage der Konferenz lautete gemäss Pfister: Wie lässt es sich verhindern, dass ein Cyber-Ereignis zu einer weiterreichenden Krise der Politik und Sicherheit wird?

    Der VBS-Vorsteher lieferte darauf sogleich selbst zwei Antworten. Zum einen solle die Diplomatie helfen, Vertrauen aufzubauen und Absichten zu klären, sagte er. Scheitere die Diplomatie und das Vertrauen zerbreche, brauche es Mediation, um eine Situation zu deeskalieren. Dies könne den Beteiligten Zeit verschaffen, um Fakten zu etablieren und Entscheidungsoptionen zu erhalten.

    Vorfälle in der Cybersicherheit seien eine Gefahr, da sie kritische Infrastruktur gefährden oder sensible Informationen kompromittieren könnten. Grundlegend für die Sicherheit in der digitalen Sphäre sei deshalb eine starke Cyber-Verteidigung, so Pfister weiter.

    Florian Schütz, seit 2024 Direktor des damals neu geschaffenen Bundesamtes für Cybersicherheit, folgte als Redner auf seinen direkten Vorgesetzten Pfister. In seinen Worten untermauerte er die Wichtigkeit von Cybersicherheit mit einer Statistik: Heute sei der Erhalt von 60 Prozent des globalen Wohlstandes direkt von Technologie abhängig.

    Im anschliessenden Gespräch mit einem Reporter von Keystone-SDA sah er die Schweiz «auf gutem Weg» in der Cyber-Verteidigung. Die Schweiz habe in dem Bereich drei Säulen aufgebaut: die Cyberabwehr, die Cyberstrafverfolgung und die Cybersicherheit. Dabei sei viel investiert worden. Doch gelte es angesichts der laufenden Entwicklungen, nicht still zu stehen und weiter zu innovieren.

    Zugleich appellierte Schütz daran, neue Technologien nicht bloss als Risiken anzusehen. So lasse sich KI auch zugunsten der Sicherheit einsetzen. Konkret nannte Schütz im Gespräch automatisierte Tests, die Softwares bereits in der Herstellung auf Sicherheitslücken prüfen könnten. Das helfe dabei, diese Lücken schliessen zu können. Durch den Einsatz von KI würden derartige Tests «wirtschaftlicher und schliesslich auch praktikabler».

    Die OSZE verfügt seit zehn Jahren über 16 «vertrauensbildende Massnahmen» in der Cybersicherheit. Das Vertrauen sei im Cyberspace denn auch zentral, wie beide Schweizer Redner betonten.

    Schütz verwies darauf, dass die Stärke der Schweiz nicht in der Sammlung von Daten liege, sondern in deren Analyse. Dafür brauche es die Zusammenarbeit. Wenn der Austausch von Daten zwischen Staaten politisch in Frage gestellt sei, führe dies auf einen «gefährlichen Pfad».

    Hatun Demirer, Direktorin des Generalsekretariats der OSZE, betonte ebenfalls die Wichtigkeit des Dialogs in der Cybersicherheit. In ihrer Ansprache sagte sie: «Wir müssen weiter miteinander sprechen. Wir müssen weiter zuhören.» Angesichts der unterschiedlichen Voraussetzungen der Mitgliedsstaaten in der Anpassung an neue Technologien liege es auch an der OSZE, diese Lücken zu schliessen.

    An der zweitägigen Konferenz in Zug sollen die Teilnehmenden gemäss einer Mitteilung des Aussendepartements EDA darüber diskutieren, wie sie die geltenden OSZE-Massnahmen in der Cybersicherheit in Krisensituationen noch wirksamer einsetzen können. Rund 120 Personen aus 48 Ländern nahmen an der Konferenz teil.

    Bundesrat Ignazio Cassis, amtierender Vorsitzender der OSZE, hob in seiner Abschlussrede hervor, dass die Herausforderungen im Cyberraum nicht nur technologischer, sondern auch diplomatischer und menschlicher Natur seien.

    «Technologie kann uns helfen, Bedrohungen zu erkennen. Künstliche Intelligenz kann uns dabei unterstützen, sie zu analysieren», sagte der Schweizer Aussenminister. Und weiter: «Doch eines können sie uns nicht abnehmen: zu erkennen, wann wir das Gespräch suchen müssen, statt Vergeltung zu üben, und wann Deeskalation wichtiger ist als Eskalation. Diese Verantwortung bleibt bei uns. Und hier ist die OSZE von zentraler Bedeutung.»

    Es ist die letzte Themenkonferenz der OSZE, die unter dem diesjährigen Vorsitz der Schweiz stattfindet. Dessen Abschluss bildet das Jahrestreffen des Ministerrats am 3. und 4. Dezember in Lugano TI.

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