Intervallfasten bringt laut Studie weniger als erhofft
Eine neue Studie des Cochrane-Netzwerks zu Intervallfasten zeigt: Die Methode ist anderen Diäten beim Abnehmen wahrscheinlich nicht überlegen.

Intervallfasten liegt seit Jahren im Trend – befeuert vor allem durch die sozialen Medien. Nun stellt eine grosse Intervallfasten Studie des Cochrane-Netzwerks den vermeintlichen Sonderstatus dieser Methode infrage.
Das Team um Luis Garegnani vom Universidad Hospital Italiano in Buenos Aires wertete 22 Studien aus. Die Teilnehmenden stammten aus Nordamerika, Europa, China, Australien und Südamerika und litten alle an Übergewicht oder Adipositas.
Laut «science.ORF.at» führte Intervallfasten zu keinem besseren Gewichtsverlust als andere Diätformen. Auch eine merkliche Verbesserung der Lebensqualität liess sich im Vergleich mit anderen Methoden nicht nachweisen.
Kein Vorteil gegenüber herkömmlichen Diäten
Garegnani betonte, die aktuelle Studienlage rechtfertige die in sozialen Medien verbreitete Begeisterung für die Methode keineswegs. Für manche Menschen könne Intervallfasten aber durchaus eine sinnvolle Option sein, fügte er hinzu.
Jörg Meerpohl, Direktor von Cochrane Deutschland am Universitätsklinikum Freiburg, ordnete die Befunde gegenüber «T-Online» ein. Er betonte, es handle sich bisher lediglich um Hinweise, nicht um einen endgültigen wissenschaftlichen Beweis.
Kritisch äusserte sich Stefan Kabisch von der Charité Berlin, der an der Studie nicht beteiligt war, schreibt die «Westdeutsche Zeitung». «Der Hype um Intervallfasten war zu keiner Zeit von überzeugenden Humanstudien untermauert, sondern verfrüht bis ungerechtfertigt», so Kabisch.
Methodische Schwächen trüben das Bild
Ein weiteres Problem ist die Vielfalt der untersuchten Fastenmethoden, die einen direkten Vergleich erheblich erschwert. Von der 16:8-Methode über das 5:2-Fasten bis hin zum Alternate Day Fasting umfasst der Review dutzende Varianten.
Laut Kabisch fehlen zudem belastbare Langzeitdaten – Studien mit mehr als zwei Jahren Laufzeit gebe es praktisch gar nicht. Kleine Teilnehmerzahlen und methodische Schwächen hätten auch die für den Cochrane-Review ausgewählten Studien aufgewiesen, wie «mgo medizin» berichtet.

Annette Schürmann vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung wies darauf hin, die Studien seien extrem heterogen gewesen. Aus diesem Grund sei es nicht zulässig, pauschal zu schlussfolgern, Intervallfasten habe generell keinen besseren Abnehm-Effekt.
Intervallfasten besser als gar keine Ernährungsumstellung
Unbestritten ist gemäss der Cochrane-Analyse hingegen, dass Intervallfasten immer noch besser wirkt als keinerlei Ernährungsumstellung, schreibt «mgo medizin».
Im Schnitt verloren Teilnehmende durch diese Methode rund 3,4 Prozent ihres Körpergewichts gegenüber Personen ohne aktive Diät.
Wer abnehmen möchte, soll laut den Forschenden ärztlich beraten jene Methode wählen, die am besten passt. Entscheidend sei, dass man die gewählte Methode langfristig durchhalten könne, so das Fazit der Übersichtsarbeit.
















