Klima: Olympisches Modell muss laut Studie überarbeitet werden
Der CO2-Abdruck von Olympischen Spielen ist nach wie vor gross. Dies zeigte eine zum Beginn der Schlusswoche der Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina veröffentlichte Studie der Universität Lausanne (UNIL). Laut den Forschenden muss das Modell der Spiele grundlegend geändert werden, damit das Pariser Klimaabkommen eingehalten werden kann.

Seit 2012 liegen die Werte für die Olympischen Sommerspiele zwischen 1,59 und 4,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (CO2e), wie Forscher der Fakultät für Geowissenschaften und Umwelt berechnet haben. Ihre Analyse wurde im Fachmagazin «The Geographical Journal» veröffentlicht.
Die Autoren sind der Ansicht, dass es eine «Diskrepanz» zwischen «ehrgeizigen Zielen und der Realität» gibt. Um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, das die Erwärmung auf plus 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter begrenzen will, müssten die Emissionen der Spiele bis 2050 um 84 Prozent reduziert werden.
2016 erreichte der CO2-Fussabdruck in Rio de Janeiro 4,5 Millionen Tonnen CO2e, was den jährlichen Emissionen der US-amerikanischen Stadt Boston entspricht. Am anderen Ende der Skala markierte Paris 2024 einen Bruch, indem es seine Emissionen auf 1,59 Millionen Tonnen begrenzte.
Die französische Hauptstadt erreichte dies durch eine zurückhaltende Baupolitik (nur zwei neue Wettkampfstätten) und ein optimiertes Verkehrsmanagement innerhalb der Stadt. Trotz dieser Bemühungen machten die internationalen Reisen der Zuschauer fast die Hälfte des gesamten CO2-Fussabdrucks aus, teilten die Autoren weiter mit.
Für die Olympischen Winterspiele, die ein «bescheideneres» Ereignis sind, liegen die CO2-Fussabdrücke zwischen einer und 1,5 Millionen Tonnen CO2e. Im Allgemeinen sind die Hauptemissionsquellen der Bau und der Verkehr. Bei den Olympischen Spielen in London und Peking etwa, standen die baubedingten Emissionen an erster Stelle.
Um den CO2-Fussabdruck der Spiele zu verringern, und gleichzeitig den Geist und die Seele der Spiele zu bewahren, schlagen die Forschenden einerseits vor, die Veranstaltung zu verkleinern, damit sie sich an die bestehenden Wettkampfstätten und Verkehrsmittel anpassen lässt. Um den Flugverkehr zu reduzieren, schlagen sie vor, das lokale Publikum und die Bahn zu bevorzugen.
Eine weitere Idee ist die Entwicklung immersiver Virtual-Reality-Erlebnisse aus der Ferne sowie Partnerschaften mit Bahnbetreibern, um die «Fanzonen» zu erreichen. Schliesslich sollte der operative Bereich laut der Studie mehr erneuerbare Energien, pflanzliche Lebensmittel und CO2-freien Verkehr umfassen.
Seit 2020 verpflichtet das internationale olympische Komitee (IOC) die Gastgeberstädte zur Reduzierung ihrer Emissionen, ohne jedoch einen konkreten Fahrplan vorzugeben. Dies öffne Tür und Tor für den Kauf von Emissionszertifikaten, um eine neutrale Bilanz vorzuweisen, ohne die Praktiken zu ändern, schreiben die Studienautoren weiter.














