Schizophrenie

Genfer Forschende finden neuen Ansatz gegen Schizophrenie-Symptome

Keystone-SDA
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Genève,

Forschende aus Genf haben einen überraschenden Zusammenhang im Gehirn entdeckt, der neue Hoffnung für Menschen mit Schizophrenie weckt. Das Kleinhirn beeinflusst demnach, wie stark Betroffene unter Symptomen wie Antriebslosigkeit und mangelnder Lebensfreude leiden.

Das hinten im Kopf liegende Kleinhirn, lange vor allem für Bewegung bekannt, beeinflusst laut einer neuen Studie auch, wie stark Menschen mit Schizophrenie unter Antriebslosigkeit und ...
Das hinten im Kopf liegende Kleinhirn, lange vor allem für Bewegung bekannt, beeinflusst laut einer neuen Studie auch, wie stark Menschen mit Schizophrenie unter Antriebslosigkeit und ... - KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Schizophrenie ist vor allem für Symptome wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen bekannt. Die Erkrankung geht jedoch auch mit ausgeprägter Apathie, einer verminderten Fähigkeit, Freude zu empfinden, sowie zunehmendem sozialem Rückzug einher, wie die Universität Genf in einer Mitteilung vom Dienstag erklärte. Für diese Symptome gibt es bis heute kaum wirksame Behandlungen.

In einer im Fachblatt «Biological Psychiatry» veröffentlichten Studie zeigen Forschende der Universität Genf und der Genfer Universitätsspitäler nun, dass das Kleinhirn eine zentrale Rolle bei diesen Symptomen spielt. Je besser dieser Hirnbereich ein wichtiges Belohnungssystem im Gehirn reguliert, desto weniger stark ausgeprägt sind Antriebslosigkeit und sozialer Rückzug. Ist diese Regulation geschwächt, nehmen die Symptome zu.

Der Befund ist den Forschenden zufolge nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern auch praktisch relevant. Das eigentliche Belohnungssystem liegt tief im Gehirn und ist therapeutisch schwer zugänglich. Das Kleinhirn hingegen liegt direkt unter der Schädeldecke. Das macht es zu einem möglichen Ziel für nicht-invasive Behandlungen, etwa mit Magnetimpulsen.

Eine solche Methode wird bereits bei Depressionen eingesetzt. In Genf läuft nun eine klinische Studie, die prüft, ob eine gezielte Stimulation des Kleinhirns auch Menschen mit Schizophrenie helfen kann.

An der Studie nehmen Patientinnen und Patienten teil, die trotz medikamentöser Behandlung weiterhin unter ausgeprägter Antriebslosigkeit und sozialem Rückzug leiden. Ob die Stimulation tatsächlich zu spürbaren Verbesserungen im Alltag führt, soll sich in den kommenden Jahren zeigen. Erste Resultate werden im Jahr 2028 erwartet.

Kommentare

User #1586 (nicht angemeldet)

Eine harte Doppelohrfeige und es ist wieder gerichtet.

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