Mond

Der Mond schrumpft – das könnte zum Problem werden

Kira Schilter
Kira Schilter

USA,

Der Mond schrumpft seit Jahrmillionen. Dies führt zu Mondbeben – und diese sind genau dort am stärksten, wo die Nasa in naher Zukunft landen möchte.

Mond Glasfasern
Eine neue ETH-Methode soll den Mond mit Glasfasern untersuchen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mond schrumpft, was zu erdoberflächennahen Beben führen kann.
  • Gerade der Mond-Südpol sei laut Forschern besonders von den Beben getroffen.
  • Dies müsse berücksichtigt werden, wenn die Nasa eine Expedition dorthin macht.

Der Mond schrumpft seit Millionen von Jahren – vergleichbar mit einer Rosine. Dieser Prozess führt laut Wissenschaftlern zu oberflächennahen Beben: auch in Gebieten, die von der Nasa für menschliche Besuche ins Auge gefasst wurden.

Das Schrumpfen des Monds ist messbar, schreibt die «Washington Post». Die Veränderung ist jedoch gering: In den letzten paar Hundert Millionen Jahren hat er nur etwa 45 Meter Durchmesser verloren.

Der Grund für das Schrumpfen: Während der Kern abkühlt, zieht sich die Oberfläche des Monds zusammen und passt sich dem veränderten Volumen an. Dabei entstehen Risse in der Kruste, die sogenannten Verwerfungszonen. Die Gravitationskraft der Erde sorgt für zusätzliche Spannungen.

«Es gibt keinen Grund zur Sorge für uns Erdlinge wegen eines schrumpfenden Monds. Es sei denn, wir ziehen dorthin», sagt Mondgeologe Tom Watters von der Smithsonian Institution in Washington, USA.

Auf dem Mond: Besonders starke Beben am Südpol

Watters und seine Kollegen haben herausgefunden, dass besonders der Mond-Südpol von Beben bedroht sei. Die heftigsten Beben hatten laut Watters Messungen eine Stärke von 5 auf der Richterskala.

Die Südpol-Region ist für die Geologie spannend, da sie ständig im Schatten liegt und möglicherweise Wasser-Eis enthält. Und genau dorthin will die Nasa in naher Zukunft ein Team schicken.

Möchten Sie auch mal auf den Mond fliegen?

«Die Idee ist nicht, jemanden davon abzuhalten, den Südpol des Monds zu erkunden», sagt Watters zur «Washington Post»: «Aber man sollte verstehen, dass es keine harmlose Umgebung ist.»

Die Beben treten laut Geophysiker Allen Husker jedoch nicht allzu oft auf – er schätzt etwa alle 100 Tage. Es wäre also eher ein Zufallstreffer, wenn genau dort ein Beben stattfindet, wo Astronauten für ein paar Tage landen. Die Gefahr wäre jedoch wichtig zu berücksichtigen, wenn Menschen eine Station auf dem Mond errichten würden. Diese müsste erdbebensicher gebaut werden.

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