Linsen, Vollkorn: Neuer Ernährungstrend erreicht die Schweiz
Auf Social Media ist «Fibremaxxing», also ballaststoffreiche Ernährung, aktuell im Trend. Was dahintersteckt.

Das Wichtigste in Kürze
- Das «Fibremaxxing» ist als Ernährungsform gerade ein Trend auf den sozialen Medien.
- Dabei geht es darum, sich möglichst ballaststoffreich zu ernähren.
- Eine Ernährungsexpertin lobt, warnt aber auch vor einer Ballaststoff-Überdosierung.
Seit Jahren wird sie auf den Sozialen Medien propagiert: Die gesunde Ernährung. Doch wie die genau auszusehen hat, darüber scheiden sich bekanntlich die Geister.
Besonders Influencerinnen und Influencer bewarben dabei in den letzten Jahren immer wieder unterschiedliche Ernährungstrends.
Zuerst waren es Proteine, die hoch im Kurs waren. Später folgten die sogenannten Probiotika, also Joghurt, Miso und Sauerkraut.
Nun ist online ein neuer Hype entbrannt. Wer sich gesund ernähren wolle, solle unbedingt auf Ballaststoffe achten, heisst es.
«Fibremaxxing» als neues Ernährungs-Wundermittel
Unter dem Begriff «Fibremaxxing» – Ballaststoff-Maximierung – wird diese Ernährungsform als Wundermittel propagiert.
Heisst: Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Linsen, Kichererbsen und Vollkornprodukte sind Trumpf. Ebenso Himbeeren, Birnen und Brokkoli und Mandeln.
Wer sich ballaststoffreich ernährt, soll reinere Haut bekommen. Zudem soll die Ernährungsform mehr Energie liefern und weniger oft zu einem Blähbauch führen.
Ballaststoffe sind «super unterschätzt»
Auf eine ballaststoffreiche Ernährung setzt derweil auch die deutsche Influencerin Alina Walbrun, die auch in der Schweiz bekannt ist. Sie erklärt auf Instagram, dass sie täglich rund 30 Gramm Ballaststoffe zu sich nehme.

Dazu zeigt die Influencerin, wie sie die 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag erreicht. Und meint dazu: «Es dient als Inspiration und soll zeigen, wie einfach es ist, den Protein- und Ballaststoffbedarf zu decken.»
Zudem findet Walbrun: «Ballaststoffe sind toll zur Unterstützung der Verdauung und unseres Darmmikrobioms.» Sie seien auch «super unterschätzt», so die angehende Ärztin.
Influencerin aus Luzern gründet Start-up für Linsen-Aufstrich
Auch die in Luzern lebende Influencerin Sien van Boven setzt aktuell voll auf ballaststoffreiche Ernährung.
So sehr, dass sie 2025 gar das Food-Start-up «Lentl» gegründet hat.
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Das Produkt ist ein Linsenaufstrich, der auf Brot, aber auch als Gemüsedip oder für Bowls verwendet werden kann. Er soll auf 100 Gramm über rund 4,4 Gramm Ballaststoffe verfügen.
Detailhändler beobachten steigende Nachfrage bei Linsen und Kichererbsen
Nicht nur auf Social Media macht sich der Hype um Ballaststoffe bemerkbar. Auch im Detailhandel bemerkt man den Trend zur gesünderen Ernährung.
Coop schreibt auf Anfrage von Nau.ch: «Wir stellen fest, dass sich viele Kundinnen und Kunden zunehmend für Produkte interessieren, die Genuss und eine bewusste Ernährung verbinden.»

Die ballaststoffreichen Lebensmittel Kichererbsen, Haferflocken und Linsen seien sehr beliebt. Man beobachte dort eine steigende Nachfrage.
Bei Brot und Pasta bemerke man eine Verbreiterung der Nachfrage. Dort würde die Kundschaft auch auf Vollkornprodukte setzen.
Und auch die Migros schreibt: «Wir stellen ein wachsendes Interesse an ballastreichen Lebensmitteln fest, etwa bei Hülsenfrüchten und Haferflocken. Auch Vollkornprodukte legen zu.»

Doch: Ist das «Fibremaxxing» tatsächlich so gesund, wie auf Social Media erklärt wird?
Ballaststoffe helfen tatsächlich, aber «viel hilft nicht viel»
Gegenüber SRF erklärt Ernährungswissenschaftlerin Christine Brombach: «Für Ballaststoffe ist die Datenlage eindeutig. Sie verbessern den Blutzuckerverlauf, die Blutfettwerte.»
Zudem würden sie Einfluss auf chronische Erkrankungen nehmen. Denn: Die Ballaststoffe verringern stille Entzündungsprozesse im Körper.
Es ist jedoch auch Vorsicht geboten, mahnt Brombach. Denn: «Viel hilft nicht viel.»
Damit stellt sich die Ernährungswissenschaftlerin klar gegen einige Influencer, die 100 Gramm Ballaststoffe täglich empfehlen. Dies sei kontraproduktiv und überfordere den Darm.








