Bei drei Krebspatienten mit chronischen Schmerzen am Unispital Genf wurde beobachtet, dass Covid-19 zu einer zumindest vorübergehenden Linderung geführt hat.
Chemotherapie bei Krebspatienten
Chemotherapie bei Krebspatienten - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Ursache könnte laut den Medizinern entweder das Coronavirus direkt sein.
  • Oder aber eine bei schweren Covid-19-Verläufen beobachtete Überreaktion des Immunsystems.

Medizinerinnen und Mediziner des Universitätsspitals Genf (HUG) haben drei Krebspatienten mit chronischen Schmerzen beobachtet, bei denen Covid-19 zu einer zumindest vorübergehenden Linderung beziehungsweise zum Verschwinden der Schmerzen führte. Davon berichten sie im Fachmagazin «Pain».

Die Forschenden vermuten, dass diese unerwartete Folge einer Coronavirus-Infektion durch eine Funktionsstörung des Nervensystems ausgelöst werden könnte. Demnach könnte dies die Übertragung von Nervenbotschaften stören, womit Schmerzen nicht mehr oder zumindest weniger stark wahrgenommen werden.

Ursache könnte entweder direkt das Virus sein, das Nervenzellen angreift oder aber der sogenannte «Entzündungssturm», eine bei schweren Covid-19-Verläufen beobachtete Überreaktion des Immunsystems.

Drei Männer im Alter von 67 bis 84 Jahren

Bei den Krebspatienten handelte es sich um drei Männer im Alter von 67 bis 84 Jahren, die auf eine Opioid-Behandlung gegen die starken onkologischen Schmerzen nicht ansprachen, wie das HUG am Montag mitteilte. Bei einem der Patienten kamen die Schmerzen allmählich zurück, nachdem er sich von Covid-19 erholt hatte.

Weitere Untersuchungen sind den Forschenden zufolge zwingend erforderlich, um einerseits die Ursache der verminderten Schmerzwahrnehmung genau zu bestimmen und andererseits, um neue Möglichkeiten in der Schmerztherapie zu prüfen.

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