Clever, heroisch, extrem sympathisch: Nobelpreisträger Patapoutian

    Keystone-SDA
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    USA,

    «Voll verdient» habe Ardem Patapoutian den Nobelpreis, «genau rechtzeitig». Das sagt dessen früherer Postdoktorand Jörg Grandl, der an der Zürcher ETH studiert hat. Patapoutians Forschung über Druckrezeptoren, sei «unglaublich clever, beinahe heroisch».

    Preisträger David Julius (l.) und Ardem Patapoutian
    Preisträger David Julius (l.) und Ardem Patapoutian - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Papapoutian habe zwei Jahre lang Zelllinien genetisch analysiert, um Gene auszuschliessen die keine Rolle bei der Druckempfindichkeit spielten - «ein äusserst kompliziertes Verfahren».

    Etwa 70 Gene seien schliesslich in die engere Wahl gekommen «und erst eines der letzten getesteten war es».

    Warum geschah die Entdeckung der Rezeptoren für Temperatur und Druck so spät, lange, nachdem die anderen menschlichen Sinne bereits verstanden wurden? Das liege daran, dass die üblichen Modellorganismen, mit denen man früher im Labor arbeitete - Fruchtfliegen etwa - das Problem der Druck- und Temperaturempfindung evolutionär ganz anders gelöst hätten, erläutert Grand. «Die gewonnenen Ergebnisse liessen sich nicht auf den Menschen übertragen».

    Die Entdeckung, die Papapoutian gemacht habe, werde noch mindestens zehn Jahre lang weitere Erkenntnisse über physiologische Mechanismen nach sich ziehen, «Kräfte, von denen man vor zehn Jahren noch keine Ahnung hatte», sagt Grandl. Das werde helfen, Krankheiten besser zu verstehen.

    Grandl, der etwa sechs Jahre bei Papapoutian studiert hat, forscht mittlerweile in einem eigenen Labor an der Duke Universität im selben Feld. Mit seinem einstigen Doktorvater ist er immer noch in reger wissenschaftlicher Diskussion, beispielsweise beim Joggen. Papapoutian sei nicht nur einer der besten Wissenschaftler auf seinem Gebiet, sondern auch unglaublich sympathisch. «Ich kenne keinen, der ihn nicht mag».

    Nach der Auszeichnung retweetete Patapoutian ein Foto, das ihn und seinen Sohn Luca im Bett sitzend beim Anschauen der offiziellen Verkündung zeigt. «Ein Tag, um dankbar zu sein», schrieb er dazu. «Dieses Land hat mir eine Chance gegeben mit einer grossartigen Ausbildung und Unterstützung für die Grundlagenforschung. Und für meine Laboranten und Mitarbeiter, die mit mir zusammenarbeiten.»

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