Alzheimer Studie nennt mögliche neue Risikofaktoren
Eine Alzheimer Studie liefert neue Hinweise auf mögliche Risikofaktoren. Im Fokus stehen Blutdruck und Nahrungsergänzungsmittel.

Im Rahmen einer Alzheimer Studie analysierten Forscher Gesundheitsdaten von fast 800'000 Erwachsenen aus zwei grossen Datenbanken. Dabei untersuchten sie den Zusammenhang zwischen Alzheimer und verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Altersklassen.
Besonders auffällig war die Verbindung zwischen niedrigem Blutdruck und Alzheimer in beiden ausgewerteten Gesundheitsdatenbanken der Studie. Betroffene mit Hypotonie wiesen deutlich häufiger eine Alzheimer-Erkrankung auf als vergleichbare Personen ohne entsprechende medizinische Diagnose.
Auch weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigten statistische Zusammenhänge mit Alzheimer und wurden von den Forschern genauer untersucht. Wie «t-online» berichtet, fanden die Wissenschaftler zudem Hinweise auf gemeinsame biologische Mechanismen von Herz und Gehirn.
Alzheimer Studie untersucht Blutdruck
Die Wissenschaftler betonen jedoch ausdrücklich, dass die Alzheimer Studie keine Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Blutdruckwerten und Alzheimer belegen kann. Möglich ist sowohl ein Einfluss des Blutdrucks auf das Gehirn als auch der umgekehrte Zusammenhang bei Erkrankten.
Zusätzliche Analysen zeigten Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen hinsichtlich der statistischen Verbindung von Blutdruck und Alzheimer. Die «Bild» verweist darauf, dass niedriger Blutdruck vor allem bei weissen Teilnehmern besonders deutlich auffiel.
Experten mahnen deshalb zur Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse und warnen vor vorschnellen medizinischen Schlussfolgerungen. Weitere Untersuchungen sollen klären, welche Faktoren tatsächlich zur Entstehung oder Entwicklung von Alzheimer langfristig beitragen.
Glucosamin rückt in den Fokus
Parallel untersuchten US-Forscher die mögliche Rolle von Glucosamin bei kognitiven Erkrankungen und verschiedenen Formen von Demenz. Dafür wurden Patientendaten ausgewertet sowie Hirnproben verstorbener Patienten und Alzheimer-Mausmodelle umfassend untersucht und verglichen.

Die Einnahme des Präparats war mit einem häufigeren Fortschreiten kognitiver Beeinträchtigungen bei Betroffenen statistisch verbunden. Bei bereits erkrankten Patienten zeigte sich zudem ein statistisch erhöhtes Sterberisiko während des beobachteten Untersuchungszeitraums.
Die Autoren sehen darin ein mögliches Warnsignal für weitere Forschungen zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen. Der «Focus» betont jedoch, dass bislang kein Beweis für einen direkten ursächlichen Zusammenhang vorliegt.
















