In vielen Teilen der Ukraine verschlechtert sich die humanitäre Lage weiter, warnt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
WHO-Chef Tedros Adhanom
Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), spricht während einer Pressekonferenz. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ukraine benötigt dringend medizinische Hilfe.
  • Doch die WHO hat zu vielen Teilen des Landes keinen Zugang.
  • Besonders kritisch sei die Situation in der Hafenstadt Mariupol.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zu vielen Teilen der Ukraine trotz dringenden Bedarfs an medizinischer Hilfe keinen Zugang. Zum Beispiel habe ein geplanter Konvoi in die von russischen Einheiten belagerte Stadt Mariupol wegen des Sicherheitsrisikos nicht aufbrechen können, berichtete WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

«Die humanitäre Lage verschlechtert sich in vielen Teilen des Landes weiter», sagte Tedros bei einer Pressekonferenz. Besonders kritisch sei die Situation in der Hafenstadt Mariupol und in Butscha bei Kiew.

«Schwere Liquiditäts-Engpässe»

Bislang hat die WHO erst 9,6 Millionen der 57,5 Millionen Dollar erhalten, die die Organisation für die kommenden drei Monate in der Ukraine nach eigenen Angaben braucht. «Wir haben schwere Liquiditäts-Engpässe», sagte Tedros und forderte mehr Engagement von Geberländern.

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Eine Familie flüchtet wegen des Ukraine-Kriegs aus Mariupol am 17. März 2022. - dpa

Laut dem WHO-Generaldirektor stellen die kriegsbedingten medizinischen Versorgungsprobleme eine extreme Gefahr für Menschen mit Herzproblemen, Krebs, Diabetes, HIV und Tuberkulose dar. Diese Krankheiten gehören zu den häufigsten Todesursachen in der Ukraine. Ausserdem steige wegen des Konfliktes das Risiko für Infektionskrankheiten wie Masern oder Covid-19.

Laut dem obersten Krisenmanager der WHO, Mike Ryan, gibt es auch unter den rund 6,5 Binnenvertriebenen einen massiven Bedarf an medizinischer Versorgung. Fast jeder dritte Haushalt, der woanders in der Ukraine Schutz gesucht habe, beinhalte jemand chronisch Kranken, jeder zehnte Haushalt eine Schwangere und fast jeder fünfte Haushalt jemanden mit Behinderung.

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