UV-Strahlung steigt laut Studie in weiten Teilen Europas
Forschende stellen eine Zunahme der UV-Strahlung in Europa fest. Die Auswirkungen müssen zugunsten der Gesundheit der Menschen genauer untersucht werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Die UV-Strahlung hat seit den frühen 2010er-Jahren in weiten Teilen Europas zugenommen.
- Verursacht wird der Anstieg vor allem durch veränderte Wettermuster – etwa weniger Wolken.
- Ein höherer UV-Wert sorgt für eine höhere Gefahr für Hautkrebserkrankungen.
Das Fachblatt «Photochemical & Photobiological Sciences» berichtet über einen signifikanten Anstieg der UV-Strahlung in weiten Teilen Europas. Demnach betrug der Anstieg durchschnittlich rund 1,2 Prozent pro Jahr an 26 von 40 untersuchten Messstationen von 2013 bis 2022.
Im Hinblick auf die Belastung für die Haut und die Umwelt sollten dieser Trend und seine Auswirkungen weiter untersucht werden.
Verschiedene Faktoren beeinflussen UV-Belastung
Untersucht hatte dies ein Team um Erstautor Alois Schmalwieser von der Vetmeduni Wien. An mehreren Standorten in Europa wurden demnach in den vergangenen Jahren Veränderungen der UV-Belastung festgestellt. Diese werden vor allem durch veränderte Wettermuster wie verminderte Wolkenbedeckung verursacht.
Wie viel UV-Strahlung in Bodennähe ankommt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So spielen etwa die Sonnenhöhe zu Mittag, die sich im Jahreszyklus ändernden Tageslänge und vor allem die Wolkenbedeckung eine Rolle.
Auch die Dicke der Ozonschicht und die in der Luft befindlichen Schwebestoffe (Aerosolen) sind wichtige Faktoren. Diese können die einfallende Strahlung streuen oder absorbieren. Ein weiterer Faktor ist die Reflexion von Schnee- oder Wasserflächen auf dem Boden.

Das Forschungsteam um Schmalwieser untersuchte in einem «einzigartigen Vergleich», ob dies auch im grösseren Massstab zutrifft. Die Wissenschaftler arbeiten in der Abteilung für Medizinische Physik und Biophysik der Veterinärmedizinischen Universität Wien.
Grosse Teile Europas betroffen
An 40 Messstellen wurde die gewichtete tägliche «erythemische» – also hautwirksame oder sonnenbrandverursachende – UV-Belastung aufgezeichnet und analysiert.
Dort zeigte sich im Untersuchungszeitraum durchwegs ein Plus, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass, wie Schmalwieser der APA erklärte. So sei in Dornbirn der Anstieg im Mai und Juni am stärksten.
Dort steige der Jahresmittelwert um 1,28 Prozent pro Jahr. Also sogar stärker als das Plus im Europa-Schnitt von exakt 1,16 Prozent jährlich.
«In Wien ist der Anstieg im Juni signifikant. Das Jahresmittel steigt um 0,64 Prozent pro Jahr», so der Forscher. Die Daten aus Österreich würden insgesamt im Europa-Trend liegen, erklärte Schmalwieser.

Alles in allem registrierte man UV-Strahlungszuwächse in einem weiten Gebiet Europas: Von Griechenland bis zum mittleren Teil Skandinaviens und den Britischen Inseln im Westen bis Polen und der Slowakei im Osten. Im hohen Norden und weit im Süden fallen die Zuwächse geringer aus.
Eine Ausnahme bildet der mittlere und südliche Teil der Iberischen Halbinsel, wo kein Anstieg registriert wurde. Der Grossteil des Zuwachses dürfte auf die abnehmende Wolkenbedeckung im sich erwärmenden Klima vielerorts zurückzuführen sein.
Mehr UV-Strahlung erhöht Hautkrebsrisiko
Die Beobachtungen an den Messstellen passen auch gut mit «Trends der globalen Solarstrahlung und Sonnenscheindauer aus Satellitendaten» zusammen. Es handle sich um Entwicklungen, die nicht nur rund um die Messstellen, sondern auch in den umliegenden grösseren Regionen ablaufen.
Der Anstieg dürfte in etwa ab den Jahren 2010 bis 2013 Fahrt aufgenommen haben.

Insgesamt gelte es jetzt, diesen Trend und seine Auswirkungen genauer zu untersuchen. Ein Plus bei der UV-Strahlung führt auch zu einer höheren Gefahr für Hautkrebserkrankungen.
Ausserdem können sich Veränderungen auch auf Land- und Wasserökosysteme auswirken, wo sie die Photosynthese-Balance und landwirtschaftliche Produktivität beeinflussen können.
















