Kroatien bekämpft Tüechli-Reservierer jetzt mit Müll-LKW
Handtücher und Liegen blockieren schon früh begehrte Schattenplätze. Mehrere kroatische Orte greifen nun durch und räumen herrenlose Sachen weg.

Das Wichtigste in Kürze
- Kroatische Küstenorte gehen strenger gegen reservierte Strandplätze vor.
- In Tučepi blockieren Liegen teils schon frühmorgens ungenutzten Schatten.
- Mehrere Orte räumen herrenlose Handtücher, Liegen und Matten konsequent weg.
In Kroatien gehen mehrere Küstenorte härter gegen reservierte Schattenplätze am Strand vor. In Tučepi sollen Liegen teils schon um 6.30 Uhr morgens freie Plätze blockieren, obwohl sie nicht genutzt werden.
Besonders Familien mit kleinen Kindern finden dadurch trotz frühem Erscheinen kaum Schatten, wie Index.hr berichtet.
Ein deutscher Tourist schildert gegenüber dem Portal: Seine Familie müsse regelmässig in der prallen Sonne sitzen oder auf Plätze ausweichen, die nur kurz Schatten bieten.
Sein jüngstes Kind sei erst ein Jahr alt und habe wegen der Hitze bereits Hautreizungen entwickelt.
Küstenorte räumen reservierte Liegen weg
Tučepi hatte schon 2024 Bussen von bis zu 130 Euro eingeführt, wenn Handtücher am Strand zurückgelassen werden.
Inzwischen räumen auch Orte wie Makarska oder Sveti Filip herrenlose Handtücher, Liegen und Matten am Morgen konsequent weg. Teilweise landen die Gegenstände direkt bei der Müllabfuhr.

Viele Einheimische begrüssen das Vorgehen. Sie kritisieren, dass seit Jahren Badegäste ihre Sachen stundenlang liegen lassen und erst am Nachmittag zurückkommen.
Unter einem Facebook-Post der Gemeinde Sveti Filip schreibt ein User: «Wir anderen wissen dann oft nicht mehr, wo wir unsere Handtücher ausbreiten sollen, wenn wir zum Baden kommen. Die gute alte Regel lautete doch immer: Komm an den Strand, bring deine Sachen mit und nimm sie wieder mit, wenn du gehst!»
Strände sollen allen offenstehen
Rechtlich gelten Strände in Kroatien als öffentliches Gut. Sie sollen allen Besucherinnen und Besuchern zu gleichen Bedingungen offenstehen. Kostenpflichtige Privatstrände sind nur in wenigen Ausnahmen erlaubt.
Hotels, Cafés und Clubs dürfen Badegäste grundsätzlich nicht verpflichten, Liegen oder Sonnenschirme zu mieten.












