Die Gerüchte um angebliche Vergiftungen an Friedensgesprächen zum Ukraine-Krieg sorgen für Verwirrung. Moskau spricht nun von «Informationssabotage».
«Nichts trinken, nichts essen und keine Oberflächen berühren»: der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba (Archivbild).
«Nichts trinken, nichts essen und keine Oberflächen berühren»: der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba (Archivbild). - Uncredited/AP/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Gerüchten wurde der russische Oligarch Abramowitsch vergiftet.
  • Diese Berichte seien jedoch Teil eines «Informationskrieges», so nun der Kreml.
  • Abramowitsch nimmt derzeit an den Friedensverhandlungen in Istanbul teil.

Der Kreml hat Berichte über eine angebliche Vergiftung des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch als Teil eines «Informationskrieges» bezeichnet.

«Das ist Teil einer Informationskampagne, Teil einer Informationssabotage, das ist Teil eines Informationskrieges». Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. «Diese Berichte sind definitiv nicht wahr.»

Ukraine-Krieg: Abramowitsch nimmt an Verhandlungen teil

Peskow bestätigte zugleich Abramowitschs Anwesenheit bei der neuen Runde der russisch-ukrainischen Friedensverhandlungen in Istanbul. Abramowitsch sei allerdings kein offizielles Mitglied der russischen Delegation, sondern solle «bestimmte Kontakte» zwischen beiden Seiten gewährleisten.

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Der russische Multimilliardär Roman Abramowitsch. - Keystone

Am Montag hatte bereits die ukrainische Seite einen Bericht der US-Zeitung «Wall Street Journal» zurückgewiesen. Nach diesem sollen neben Abramowitsch auch Mitglieder der ukrainischen Delegation vor einigen Wochen vergiftet worden sein. Am Dienstag schrieb dann die «New York Times» unter Berufung auf eine US-Geheimdienstquelle, dass es sich in Abramowitschs Fall wohl allem Anschein nach um eine gewöhnliche Lebensmittelvergiftung gehandelt habe.

Ukrainischer Aussenminister warnt Abgesandte dennoch

Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba rief noch die Mitglieder der eigenen Delegation bei den Friedensverhandlungen mit Russland in der Türkei zur Vorsicht auf. Ukrainische Medien zitierten Kuleba am Dienstag mit folgendem Rat: «Nichts trinken, nichts essen und keine Oberflächen berühren.»

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Delegationen aus Russland und der Ukraine am Morgen in Istanbul begrüsst.

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