Finnland will als Reaktion auf den Ukraine-Krieg der Nato beitreten. Russland will die Folgen analysieren und droht mit einer Reaktion.
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Wladimir Putin und Dmitri Medwedew sind von den Nato-Beitrittsplänen Finnlands nicht begeistert. Der Kreml droht mit Konsequenzen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Finnland will sofort der Nato beitreten.
  • Russland bedauert den Schritt und kündigt eine Reaktion an.
  • Durch die Bewaffnung der Ukraine drohe die Nato in einen offenen Konflikt zu schlittern.

Die Osterweiterung der Nato wird in Russland nicht als offizielle Begründung für die «militärische Spezialoperation» genannt. Trotzdem dürfte sie einen grossen Anteil an Wladimir Putins Ukraine-Krieg haben. Dem russischen Präsidenten missfällt, dass das Verteidigungsbündnis seine Nachbarstaaten aufnimmt. Doch der Krieg führt nicht zu einer Schwächung der Nato – ganz im Gegenteil.

Die Nato-Staaten sind näher zusammengerückt, das neutrale Schweden denkt über einen Beitritt nach. Das neutrale Finnland hat am Donnerstag verkündet, «unverzüglich» beitreten zu wollen. Ein Schritt, der Russland gar nicht gefällt – schon im Vorfeld ist mit Konsequenzen gedroht worden.

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Finnland war schon lange ein Partner der Nato, im Ukraine-Krieg will das Land nun ganz beitreten. - Keystone

Finnlands Entscheid sei bedauerlich und ein Grund für eine Reaktion, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gestern Donnerstag. Russland werde die Folgen eines finnischen Nato-Beitritts analysieren. Eine Ausweitung des Bündnisses und eine Annäherung an russische Grenzen würden die Welt und Europa «nicht sicherer und stabiler» machen.

Deutlicher äusserte sich Dmitri Medwedew, eine enger Vertrauter Putins und dessen Stellvertreter. Er kritisiert die Nato für die Bewaffnung der Ukraine im «von westlichen Ländern entfesselten Stellvertreterkrieg mit Russland».

Bewaffnung und die Übungen in der Nähe der russischen Grenze würden die Wahrscheinlichkeit eines direkten und offenen Konflikts erhöhen.

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Und «ein solcher Konflikt birgt immer das Risiko, sich in einen Atomkrieg zu verwandeln», schreibt Medwedew auf Telegram. Gleichzeitig greift er ausländische Analysten an. Diese versuchten «mit aller Kraft, die These, Russland mache der Welt mit einem Atomkonflikt Angst, auf die Tagesordnung zu bringen».

Finnland, das eine rund 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland teilt, ist bereits ein enger Partner der Nato. Der Entscheid zum Beitritt ist nun eine direkte Reaktion auf den Ukraine-Krieg.

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