Weil sie nicht in den Ukraine-Krieg ziehen wollen, fordern russische Studenten Fernunterricht. Ein kremlnaher Sender spricht von Erpressung und Verrat.
Ukraine-Krieg
Russische Studenten wollen wieder Fernunterricht – um ins Ausland flüchten zu können. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Russische Elite-Studenten fordern Fernunterricht wegen des Ukraine-Kriegs.
  • Dadurch könnten sie das Studium fortsetzen und im Ausland leben.
  • Ein kremlnaher Sender spricht von «Erpressung» und «Verrat».

Seit Wladimir Putin die Teil-Mobilmachung im Ukraine-Krieg angeordnet hat, suchen seine Einberufungs-Beamten nach Rekruten. Dabei gehen sie mit voller Härte vor, holten laut Berichten auch Studenten direkt aus den Hörsälen. Das dies auch mit ihnen passiert, wollen tausende Studenten der Wirtschaftshochschule HSE in Moskau verhindern.

Deshalb fordern sie von der Uni-Leitung die Rückkehr zum Fernstudium. Denn so könnten sie aus dem sicheren Ausland an ihren Kursen teilnehmen. Geht die Universität nicht auf die Forderung ein, werden sie ihr Studium abbrechen, drohen die rund 3100 Studenten. Dies berichtet die «DailyMail».

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Russische Studentinnen nach dem Abschluss ihres Studiums. (Archivbild) - Keystone

Die «oppositionellen Studenten» würden die Universität «erpressen», poltert der kremlnahe Sender Readovka. Er veröffentlichte auch Nachrichten, die sich die Studenten angeblich geschickt haben. Darin würde die Politik Putins als «verwerflich» bezeichnet. Die Studenten würden den Staat verraten, aber weiter von den Vorteilen profitieren wollen, so Readovka.

Die Drohung der Studenten zeigt ein weiteres Mal, wie die russische Öffentlichkeit zu Putins Teilmobilmachung im Ukraine-Krieg sieht. So kam es in mehreren Städten zu grösseren Protesten und weit über tausend Festnahmen. Zudem versuchen unzählige Männer aus dem Land zu fliehen.

Glauben Sie, dass der Ukraine-Krieg vor dem Sommer endet?

Russland hat dagegen bereits Massnahmen ergriffen: An der Grenze zu Georgien wurde ein Mobilisierungspunkt eingerichtet, flüchtende Russen werden dort aufgegriffen. Gemäss Berichten sind die ersten Einberufenen bereits in der Ukraine. Sie kämpfen kaum ausgebildet und schlecht ausgerüstet.

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