Ukraine-Krieg: Russen-Deserteure zeigen Staat wegen Inhaftierung an

Milena Zürcher
Milena Zürcher

Russland,

Russen, die sich weigerten im Ukraine-Krieg zu kämpfen, wurden in Keller gesperrt. Zwei Deserteure zeigten den Staat nun wegen unrechtmässiger Inhaftierung an.

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Russische Rekruten steigen im Rahmen der Teilmobilmachung im Ukraine-Krieg auf einem Bahnhof im russischen Prudbo in einen Zug. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Russische Kriegsverweigerer wurden in sogenannte «Straflager» gesperrt.
  • Nun erstatteten zwei betroffene Soldaten Anzeige – gegen den Staat.

Russlands Front im Ukraine-Krieg bröckelt zunehmend. Um hohe Verluste auszugleichen, wollte Präsident Wladimir Putin 300'000 Reservisten mobilisieren. Hunderttausende Männer setzten sich in benachbarte Länder wie Finnland, Georgien oder Kasachstan ab. Wer den Dienst verweigerte, landete in sogenannten «Straflagern».

Anfang Monat wurde ein Foto eines solchen Lagers von dem unabhängigen russischen Medienunternehmen «The Insider» veröffentlicht. Es befindet sich in einem Keller in der Region Donezk.

Ukraine-Krieg
Die mobilisierten Rekruten, die sich weigerten, im Ukraine-Krieg an die Front zu gehen, wurden in einem Keller in der Region Donezk abgeladen. - Screenshot/The Insider

Im Bericht wird die Notlage von 21 Verweigerern beschrieben, die illegal in der von Putin annektierten Volksrepublik festgehalten werden.

Anzeige gegen russischen Staat im Ukraine-Krieg

Auch in der ukrainischen Region Luhansk sind Deserteure in einen Keller gesperrt worden. Doch nun wehren sie sich – und zeigen den russischen Staat an.

Wie die «Nowoja Gazeta Europa» unter Berufung auf einen Menschenrechtsaktivisten berichtet, wurde beim nationalen Ermittlungskommitee Anzeige erstattet. Zwei Soldaten und Angehörige beantragen demnach ein Strafverfahren wegen unrechtmässiger Inhaftierung, Entführung und Machtmissbrauchs.

Verfolgen Sie die Geschehnisse im Ukraine-Krieg?

Dem Bericht zufolge verweigerten die Soldaten den Dienst im Ukraine-Krieg aufgrund «unzureichender medizinischer und materieller Unterstützung» an der Front.

Gemeinsam mit 280 weiteren Gefangenen seien sie anschliessend in einen Keller in der Ortschaft Zaitsewe gesperrt worden. Dort hätten sie keine angemessene Verpflegung erhalten und seien bedroht worden.

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