Fragwürdiger Trost für russische Eltern, deren Söhne im Ukraine-Krieg fallen: Das Staats-TV zeigt, wie sich eine Familie vom «Sarg-Geld» ein Auto kauft.
Russische Eltern können sich dank dem «Sarg-Geld» für ihren in der Ukraine gefallenen Sohn ein neues Auto leisten. - Twitter @francis_scarr
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das russische Staats-TV prahlt, dass Hinterbliebene von einem Kriegs-Tod profitieren.
  • In einer Reportage zeigen russische Eltern, wie sie das «Sarg-Geld» ihres Sohnes nutzen.
  • Mit der Entschädigung haben sie sich nämlich ein schickes neues Auto kaufen können.

Der Ukraine–Krieg forderte in den letzten fünf Monaten zahlreiche Todesopfer – auf beiden Seiten. Das russische Staatsfernsehen zeigte jedoch der Bevölkerung am Sonntagabend, dass diese Verluste für die Hinterbliebenen gar nicht so schlimm sind. Irr!

Der Propaganda-Sender «Rossija 1» besucht dazu die Eltern von Oberfeldwebel Alexej Malow (†31). Für diese brachte der Tod ihres Sohnes nämlich einen «unerwarteten Segen» – eine Todes-Kompensation von rund acht Millionen Rubel.

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Russische Soldaten im Ukraine-Krieg.
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Die russische Armee musste im Ukraine-Krieg herbe Verluste einstecken.
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Laut dem russischen Staatsfernsehen bringen die Verluste im Ukraine-Krieg aber auch «unerwartete Segnungen».
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Nach dem Tod ihres Sohnes erhalten russische Eltern acht Millionen Rubel – umgerechnet 141'500 Franken. (Symbolbild)
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Die Mutter eines im Ukraine-Krieg gefallenen Soldaten weint während seiner Beerdigung in Kyrgistan.

Mit diesem sogenannten «Sarg-Geld» von umgerechnet etwa 141'600 Schweizer Franken kaufte sich die Familie ein neues Auto. Alexej habe sich immer einen weissen Lada gewünscht, erklärt sein Vater in der bizarren TV-Reportage.

Besonders makaber: «Rossjia 1» filmt Malows Eltern bei der ersten Fahrt mit dem neuen Auto. Es geht zum Friedhof, um das Grab des im Ukraine-Krieg verstorbenen Soldaten zu besuchen.

In ersten Tagen von Ukraine-Krieg gestorben

Gemäss der russischen Newsseite «Meduza» starb Alexej Malow in den ersten Tagen der russischen Invasion. Seine Familie lebt im Südwesten Russlands, in der Region Saratow, die an Kasachstan angrenzt.

Denken Sie, dass der Ukraine-Krieg noch lange dauert?

Wladimir Putin unterschrieb im Juni ein neues Gesetz, das den Angehörigen von Mitgliedern der Nationalgarde Kompensation garantiert. Versprochen wird damit ein Betrag von fünf Millionen Rubel, umgerechnet rund 90'000 Franken.

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