Im Ukraine Krieg hat Präsident Selenskyj die allgemeine Mobilmachung angeordnet. Die ersten russischen Truppen haben Kiew erreicht.
Über Kiew soll mutmasslich ein russischer Jet abgeschossen worden sein. - Twitter

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Ukraine hat der Kampf um die Hauptstadt Kiew begonnen.
  • Die Ukraine hat 137 Menschen verloren, 316 wurden verletzt.
  • Russland hat Vergeltung für vom Westen verhängte Sanktionen angekündigt.

Russland konnte am ersten Kriegstag im Ukraine-Krieg mehrere Erfolge verbuchen: So sollen die Invasoren die vollständige Lufthoheit erlangt haben und das Gebiet um Tschernobyl erobert haben. Die USA rechnen damit, dass Putin die Regierung in Kiew stürzen will. Sie sehen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj deshalb als «Hauptziel der Aggressionen». Selenskyj selbst glaubt auch, Ziel Nummer Eins zu sein, befindet sich aber noch in Kiew.

Die Ukraine verzeichnet aber 137 Todesopfer und 316 Verletzte. Selenskyj hat die allgemeine Mobilmachung angeordnet. Weltweit, auch in Zürich und Bern, gab es Friedensproteste, in Russland wurden über 1400 Demonstranten festgenommen. Hier werden Sie laufend über neue Entwicklungen informiert, hier finden Sie die Ereignisse des Vortags.

Ukraine Krieg: Der Freitag im Ticker

03.00: Vom Stadtrand der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind in der Nacht zum Samstag Schüsse und Kämpfe gemeldet worden. Russische Truppen versuchten, das Heizkraftwerk Nr. 6 anzugreifen, teilte ein Amt für Behördenkommunikation mit.

Die ukrainische Armee verteidige sich. Das Kraftwerk liegt im äussersten Nordosten der Millionenstadt auf dem rechten Ufer des Flusses Dnipro. Auch von anderen Stellen auf dem rechten Ufer gab es Berichte über Explosionen und Schüsse aus automatischen Waffen.

02.30: Im Krieg Russlands gegen die Ukraine ist die Führung in Kiew mit Moskau in Kontakt wegen möglicher Gespräche. Das teilte der Sprecher von Wolodymyr Selenskyj am späten Freitagabend in Kiew mit. Die Ukraine sei immer bereit gewesen zu Gesprächen über eine Einstellung der Kämpfe und über einen Frieden.

00.30: Russische Kräfte sind nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in die ukrainische Kleinstadt Melitopol eingedrungen. Das meldet die russische Staatsagentur Ria Nowosti in Berufung auf eine Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums am Donnerstagabend. Demnach sind russische Einheiten erst in Asow am Asowschen Meer gelandet, hätten sich in Marsch gesetzt und schliesslich «ohne Widerstand» Melitopol besetzt.

Von ukrainischer Seite hiess es, die Stadt sei umzingelt und kleine Gruppen russischer Soldaten in die Stadt eingedrungen.

00.25: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet in der Nacht auf Samstag den Ansturm der russischen Armee auf Kiew. In einer Erklärung am späten Freitagabend rief er die Bevölkerung zur entschlossenen Verteidigung der Hauptstadt auf. «Das Schicksal des Landes entscheidet sich gerade jetzt», sagte er in einer Videobotschaft auf seinem Telegram-Kanal.

«Der Feind wird alles seine Kräfte einsetzen, um unseren Widerstand zu brechen», sagte Selenskyj. «In dieser Nacht setzen sie zum Sturm auf Kiew an.» Er rief alle Ukrainer auf, «den Feind wo auch immer möglich aufzuhalten». Die Bevölkerung sollte alle Sonderzeichen entfernen, die Saboteure an Strassen und Häusern anbringen. «Verbrennt die feindliche Militärtechnik mit allem, was zur Verfügung steht!»

00.10: Infolge des russischen Einmarsches hat die Ukraine nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) Nothilfe beantragt. Der IWF habe eine Reihe von Möglichkeiten, die ukrainische Regierung zu unterstützen und werde die Gespräche mit Kiew fortsetzen, um zu klären, wie am besten geholfen werden könne, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag.

Dies werde auch in Zusammenarbeit mit der Weltbank und anderen Partnern geschehen, «um unsere Unterstützung zu koordinieren und sicherzustellen, dass die Ukraine maximal davon profitiert», sagte Georgiewa weite

23.45: Die ukrainischen Truppen verteidigen ihr Land nach Angaben des Pentagon «tapfer» gegen die russischen Angreifer. «Wir sehen klare Anzeichen dafür, dass die ukrainischen Streitkräfte zurückschlagen und ihr Land tapfer verteidigen», sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Freitag.

Es gebe auch Hinweise darauf, dass sie Erfolge erzielten. «Es ist für uns nicht offensichtlich, dass die Russen in den letzten 24 Stunden in der Lage waren, ihre Pläne so auszuführen, wie sie dachten, dass sie es tun würden», so Kirby. Die Situation sei aber dynamisch, deshalb könne man keine Vorhersagen machen.

23.05: Einige der 7000 Militärs, die von der US-Regierung zusätzlich nach Deutschland verlegt werden, sind voraussichtlich auch für die schnelle Einsatztruppe NRF der Nato vorgesehen. «Der Präsident hat gestern etliche Truppen aus den USA nach Europa geschickt, damit sie genau für solche Fälle bereitstehen können», sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. Allerdings müsse man jetzt erst mit der Nato abstimmen, was die Anforderungen und Bedürfnisse seien. «Wenn sie gebraucht werden, wenn sie erwünscht sind, dann sind sie bereit», so Kirby.

22.06: Russlands Angebot für mögliche Friedensverhandlungen mit der Ukraine stellt nach Einschätzung des US-Aussenministeriums kein wirkliches Bemühen um eine diplomatische Lösung des Konflikts dar.

«Diplomatie mit vorgehaltener Waffe ist keine wirkliche Diplomatie, das ist erzwungene Diplomatie, das ist Erpressung unter dem Anschein diplomatischer Nettigkeiten», sagte der Sprecher des Ministeriums, Ned Price, am Freitag in Washington. Damit werde sich der Konflikt nicht lösen lassen. Russland habe seit Wochen nur vorgetäuscht, mit der internationalen Gemeinschaft verhandeln zu wollen, während der Einmarsch in die Ukraine vorbereitet worden sei.

22.03: Inmitten des russischen Angriffs auf die Ukraine hat US-Präsident Joe Biden dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erneut Unterstützung der Vereinigten Staaten zugesichert. Biden teilte am Freitag in einer schriftlichen Stellungnahme mit, er habe mit Selenskyj telefoniert und ihn über laufende wirtschaftliche, humanitäre und sicherheitspolitische Hilfen der USA informiert. Biden betonte auch: «Ich habe das mutige Handeln des ukrainischen Volkes gelobt, das für die Verteidigung seines Landes kämpft.»

21.53: Nach der Europäischen Union will auch die US-Regierung Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Aussenminister Sergej Lawrow verhängen. Das sagte US-Präsident Joe Bidens Sprecherin, Jen Psaki, am Freitag. Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit den Verbündeten in der EU gefallen, sagte Psaki im Weissen Haus.

Einzelheiten zu den Sanktionen würden noch im Laufe des Nachmittags (Ortszeit) bekanntgegeben, sagte sie weiter. Bei den meisten US-Sanktionen, die sich auf bestimmte Personen oder Firmen beziehen, wird jeglicher möglicher Besitz in den USA eingefroren. US-Bürgern und Firmen ist es dann weitgehend verboten, mit ihnen Geschäfte einzugehen oder sie finanziell zu unterstützen.

White House Press Briefing
Jen Psaki, Joe Bidens Sprecherin, spricht am 24. Februar 2022 in Washington mit den Medien. - keystone

21.43: Mit dem Verlegen ihrer schnellen Einsatztruppe NRF in den Osten des Bündnisgebietes will die Nato nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg ein «Überschwappen» des Krieges in der Ukraine verhindern. Die Nato tue dies nicht, um den Konflikt zu provozieren, «sondern um ihn zu verhindern und sicherzustellen, dass Russland ganz klar versteht, dass wir nichts erlauben werden», sagte Stoltenberg am Freitag im «Heute Journal» des ZDF.

21.41: Russische Soldaten haben nach ukrainischen Angaben die Region um die Hafenstadt Odessa an der Schwarzmeer-Küste mit Raketen beschossen. Es seien am Freitag mehrere Raketen vom Meer aus auf Grenzschutzanlagen abgefeuert worden, teilte der Grenzschutz von Odessa mit. Betroffen sei auch Infrastruktur in der Region Mykolajiw. Mehrere Beobachtungsposten seien beschädigt worden. Befürchtet wird, dass russische Truppen nach Odessa vorrücken könnten - eine strategisch wichtige Stadt.

21.18: Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine sind im Nachbarland Ungarn 1600 Flüchtlinge eingetroffen. Dies sagte der Bürgermeister der ungarischen Grenzstadt Zahony, Laszlo Helmeczi, am Freitag der staatlichen Nachrichtenagentur MTI. Den Grossteil der Menschen holten in Ungarn lebende Verwandte und Freunde an den Grenzübergängen ab, um sie ins Landesinnere zu bringen, fügte er hinzu. Die Stadtverwaltung musste Unterkünfte für lediglich 80 Menschen bereitstellen.

20.50: Im Rahmen der Verstärkung der Nato-Ostflanke hat Deutschlands Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) die Stationierung einer Kompanie in der Slowakei angekündigt. Diese werde «zügig in Gang gesetzt», sagte Lambrecht am Freitagabend in einer ZDF-Sondersendung zum Krieg in der Ukraine.

Deutschland werde sich so bei der Aufstellung einer sogenannten Battlegroup und auch bei der Luftverteidigung engagieren. Dies habe sie in einem Gespräch mit ihrem slowakischen Amtskollegen vereinbart.

20.37: Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt vor einer «sehr schwierigen Nacht» gewarnt. «Die Situation ist bedrohlich für Kiew – ohne Übertreibung», schrieb er am Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram. Russische Truppen seien in der Nähe der Millionenmetropole.

Ukraine-Konflikt
Vitali Klitschko, Oberbürgermeister von Kiew, sagt: «Unsere Stadt ist komplett nicht eingekesselt». - dpa

Die Brücken der Stadt seien mit Soldaten gesichert. Es gebe Checkpoints nicht nur an den Stadtgrenzen. «Ich danke den Einwohnern der Stadt für ihre Bereitschaft, die Hauptstadt und das Land (...) zu verteidigen.» Klitschko zufolge gab es am Abend fünf Explosionen im Abstand von drei bis fünf Minuten. Zunächst war unklar, was genau vorgefallen war.

Nach Angaben Klitschkos hat die russische Armee offenabr das Kiewer Wäremkraftwerk zerstört, wie «The Guardian» schreibt. Das sei ein Zeichen dafür, dass die russische Armee wichtige Infrastrukturen in der Hauptstadt ins Visier nehme.

20.28: Bei erneuten Anti-Kriegs-Demonstrationen in Russland gegen den Einmarsch ins Nachbarland Ukraine sind nach Angaben von Bürgerrechtlern am Freitag rund 90 Menschen festgenommen worden. Das Portal Owd-Info registrierte bis zum Abend Proteste in 17 russischen Städten.

People put flowers in front of Ukrainian embassy in Moscow
Menschen stellen am 25. Februar 2022 Blumen vor die ukrainische Botschaft in Moskau. - keystone

Im sozialen Netzwerk Telegram wurden Fotos und Videos vor allem aus der Ostsee-Metropole St. Petersburg veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie Polizisten teils hart gegen Demonstranten vorgehen. Viele Russen fühlen sich den Ukrainern eng verbunden, oft bestehen familiäre Beziehungen. Sie wollen ihr Mitgefühl zeigen.

20.22: Die Slowakei hat am ersten Tag nach dem russischen Angriff auf die Ukraine mehr als fünfmal so viele Grenzübertritte aus dem Nachbarland verzeichnet wie normalerweise. Von Mittwochnachmittag bis Donnerstagnachmittag seien 7490 ukrainische Staatsbürger über die Grenze gekommen, teilte das Innenministerium in Bratislava am Freitag mit. Normalerweise seien es rund 1400 an einem Tag.

Ukrainian refugees in Slovakia
Ukrainische Flüchtlinge gehen beim Grenzübergang bei Vysne Nemecke in die Slowakei. - dpa

20.00: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat ausweichend auf die Frage geantwortet, ob das Militärbündnis die Nato-Russland- Grundakte nach der russischen Invasion in die Ukraine für obsolet hält. Nach einem Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs der 30 Nato-Staaten sagte der Norweger am Freitag: «Das ist die Realität: Die Nato-Russland-Grundakte funktioniert nicht, weil eine Seite, Russland, sie über viele Jahre hinweg verletzt hat.»

Die Nato-Russland-Grundakte wurde 1997 von beiden Seiten geschlossen und regelt die gegenseitigen Beziehungen, die Zusammenarbeit und die Sicherheit zwischen den Nato-Staaten und Russland. Über sie hat sich die Nato unter anderem verpflichtet, auf die dauerhafte Stationierung «substantieller Kampftruppen» im östlichen Bündnisgebiet zu verzichten. Auch bekräftigen die Nato-Staaten, dass sie nicht die Absicht haben, Atomwaffen bei neuen Bündnismitgliedern zu stationieren.

19.30: Nach der EU verhängt auch Grossbritannien Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinen Aussenminister Sergej Lawrow. Das sagte der britische Premier Boris Johnson einer Regierungsmitteilung zufolge bei einer Sitzung der Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten am Freitag.

UK Prime Minister Boris updates Parliament over Ukraine crisis
Boris Johnson spricht am 24. Februar 2022 im britischen Parlament. - dpa

Grund für den Schritt sei die «revanchistische Mission» Putins und Lawrows, mit der sie die Weltordnung nach dem Kalten Krieg durch den Angriff auf die Ukraine beseitigen wollten. Zuvor hatte die EU ebenfalls Sanktionen gegen die beiden russischen Spitzenpolitiker verhängt.

19.25: Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bereits mehr als 50'000 Menschen das Land verlassen. Die meisten Menschen seien nach Polen oder Moldau geflohen, schrieb UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Und viele weitere Menschen seien auf dem Weg an die Grenzen. Am Vortag hatte das UNHCR von mehr als 100'000 Binnenvertriebenen gesprochen.

Ukraine Flucht
Menschen mit Koffern und Taschen in der Kiewer U-Bahn. - AFP

19.13: Die russischen Invasionstruppen in der Ukraine nehmen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International den Tod von Zivilisten in Kauf und begehen damit möglicherweise Kriegsverbrechen. Wie die Organisation am Freitag in London mitteilte, konnten drei Fälle dokumentiert werden, in denen Wohngebiete und Objekte wie Krankenhäuser zum Ziel von wahllosen Angriffen wurden.

Dabei seien mindestens sechs Zivilisten getötet und zwölf weitere verletzt worden. Die Behauptung der russischen Militärführung, nur Präzisionswaffen einzusetzen, sei «offenkundig falsch», heiss es in der Mitteilung.

19.11: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat die auf Eis liegenden Beitrittsverhandlungen Russlands formell beendet. Dies geschehe in Antwort auf den russischen Angriff auf die Ukraine, hiess es in einer Mitteilung vom Freitag. Die OECD hatte die 2007 beschlossenen Aufnahmegespräche bereits 2014 gestoppt. Der OECD-Rat entschied zudem, das Büro der Industriestaatenorganisation in Moskau zu schliessen. Man wolle Russland zudem nicht mehr auf Ministerebene einladen.

18.56: Die Nato verlegt zur Abschreckung Russlands Einheiten ihrer schnellen Einsatztruppe NRF. Das kündigte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag nach einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der 30 Bündnisstaaten an. Er sagte zunächst nicht, wohin die Einheiten verlegt werden sollen. Er sprach lediglich von mehreren Tausend Soldaten, die auf dem Land, auf der See und in der Luft im Einsatz sein sollten.

Ukraine Konflikt Nato
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht an einem Nato-Treffen am 25. Februar 2022. - keystone

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnten Bodentruppen in das südwestlich der Ukraine gelegene Rumänien geschickt werden. Ohnehin geplant ist, NRF-Enheiten zu einer Übung in das an Russland grenzende Nato-Land Norwegen zu entsenden.

Es sei das erste Mal, dass Teile der NRF im Zuge der Abschreckung und Verteidigung des Bündnisgebiets verlegt würden, sagte Stoltenberg. Die Staats- und Regierungschefs der 30 Mitgliedstaaten betonten in einer Erklärung, die Massnahmen seien «präventiv, verhältnismässig und nichteskalierend.»

18.53: Die Staats- und Regierungschefs der 30 Nato-Staaten haben nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ihre feste Entschlossenheit zur kollektiven Verteidigung der Alliierten zum Ausdruck gebracht. «Unser Bekenntnis zu Artikel 5 des Vertrags von Washington ist unerschütterlich. Wir stehen zum Schutz und zur Verteidigung aller Verbündeten zusammen», hiess es am Freitag in der gemeinsamen Abschlusserklärung eines Nato-Sondergipfels.

18.47: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich mit weiteren ranghohen Politikern im Regierungsviertel von Kiew gezeigt. Er sei gemeinsam mit Ministerpräsident Denys Schmyhal sowie den Chefs der Präsidialverwaltung und des Parlaments in der ukrainischen Hauptstadt, sagte Selenskyj in einem kurzen Clip, den er am Freitagabend auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. Im Hintergrund des Videos ist das Präsidialamt zu sehen.

Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich in einer Videobotschaft in Kiew. - Screenshot Twitter/@ChristopherJM

«Wir sind alle hier», sagte er. Dazu schrieb er: «Wir sind in Kiew. Wir verteidigen die Ukraine.» Damit reagierte Selenskyj, der wie die anderen Spitzenpolitiker ein Uniformhemd trug, auf Gerüchte, er verstecke sich in einem Bunker oder habe die Stadt verlassen.

18.45: Russland hat nach eigenen Angaben insgesamt 211 ukrainische Militärobjekte «ausser Gefecht» gesetzt. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitagabend in Moskau mit. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Aussagen nicht. Nach Konaschenkows Darstellung wurden zudem sechs ukrainische Kampfflugzeuge, ein Hubschrauber sowie fünf Drohnen abgeschossen. Auch 67 Panzer seien zerstört worden.

18.33: Russland will das soziale Netzwerk Facebook teilweise beschränken. Das gelte vom Freitag an und sei eine Reaktion auf Sperrungen staatlicher russischer Medien, teilte die Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor in Moskau mit.

Das habe die Generalstaatsanwaltschaft nach Rücksprache mit dem Aussenministerium entschieden. Der Zugang solle teilweise eingeschränkt werden. Unklar blieb zunächst, welche Konsequenzen das genau hat. Am Abend liess sich etwa die Facebook-App über Smartphones weiterhin öffnen.

18.26: In Estland sind die ersten britischen Soldaten und Lastwagen mit zusätzlicher Ausrüstung zur Verstärkung des Nato-Bataillons in dem baltischen EU- und Nato-Land eingetroffen. Ein Konvoi mit sechs Kampfpanzern und weiteren Militärfahrzeugen kam am Freitag auf dem Militärstützpunkt Tapa an, wie die estnische Armee mitteilte. Dort werden sie Teil des seit 2017 stationierten Nato-Gefechtsverbands zur Abschreckung Russlands.

Grossbritannien hatte angesichts der w2achsenden Spannungen mit Russland in der Ukraine-Krise eine Verstärkung des Gefechtsverbandes angekündigt.

18.02: Die EU verhängt wie angekündigt nun auch Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Aussenminister Sergej Lawrow. Die Aussenminister der 27 Mitgliedstaaten verabschiedeten am Freitagnachmittag einen entsprechenden Rechtsakt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr.

Der Sanktionsbeschluss, der auch weitreichende Wirtschaftssanktionen umfasst, sollte umgehend im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden und damit in Kraft treten.

17.38: Der Nationalrat soll eine Erklärung für einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine abgeben. Dies hat die Staatspolitische Kommission der grossen Kammer (SPK-N) am Freitag beantragt. Sie fordert vom Bundesrat zudem, dass sich die Schweiz voll den Sanktionen der EU gegen Russland anschliesst.

Wahlen Thurgau
Der Nationalratssaal. (Symbolbild) - Keystone

17.30: Nach einer Beleidigung gegen russische Truppen sind 13 ukrainische Grenzwächter im Schwarzen Meer nach Angaben aus Kiew von russischem Militär getötet worden. Die Besatzung eines russischen Kriegsschiffs habe die Garnison der Schlangeninsel in der Nähe der Donaumündung aufgefordert, sich zu ergeben, sagte der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko.

Daraufhin hätten die Grenzwächter zurückgefunkt: «Russisches Kriegsschiff, f***t Euch!» Das Kriegsschiff habe dann die Insel beschossen. «13 ukrainische Grenzschützer starben», sagte Heraschtschenko am Freitag.

17.20: Die EU erwartet, dass andere Staaten den EU-Sanktionen gegen Russland folgen oder ihre Sanktionen angleichen. Dabei nannte ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag in Brüssel auch explizit die Schweiz.

Zuerst müsse das vom Donnerstag auf Freitag von den EU-Staats- und Regierungschefs geschnürte Sanktionspaket gegen Russland noch formal abgesegnet werden. Dann aber seien die Partnerstaaten «dazu eingeladen, ihre Sanktionen mit jenen der EU abzugleichen oder eigene, ähnliche Sanktionen zu ergreifen», sagte der Sprecher weiter.

17.09: Der Europarat hat Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine suspendiert. Das Ministerkomitee mit Vertretern der 47 Mitgliedsländer entschied am Freitag, Russland wegen schwerer Verstösse von seinen Repräsentationsrechten innerhalb der Strassburger Organisation zu entbinden. Russland bleibt dennoch formell Mitglied.

16.47: Russland hat der Ukraine eigenen Angaben zufolge ein Angebot für Verhandlungen in der belarussischen Hauptstadt Minsk überreicht. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitagabend der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Die ukrainische Seite habe stattdessen Polens Hauptstadt Warschau als Verhandlungsort vorgeschlagen.

16.44: Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten haben am Freitagnachmittag ihren Sondergipfel zum russischen Krieg in der Ukraine begonnen. Generalsekretär Jens Stoltenberg rief Russland zu einem Ende des Militäreinsatzes auf.

NATO Secretary General press briefing after North Atlantic Council meeting on Russia's attack on Ukraine
Jens Stoltenberg spricht am 24. Februar 2022 bei einem Nato-Treffen zum Ukraine-Konflikt. - keystone

Zugleich verurteilte der Norweger den Krieg erneut auf Schärfste. «Moskau trägt die alleinige Verantwortung für die vorsätzliche, kaltblütige und von langer Hand geplante Invasion», erklärte er. Den Menschen in der Ukraine sprach Stoltenberg die Solidarität der Nato aus.

16.27: Nach der Einnahme der zerstörten Atomanlage von Tschernobyl durch die russische Armee sind dort nach Angaben der Ukraine erhöhte Strahlenwerte gemessen worden. In der Sperrzone sei am Freitagmorgen ein «Anstieg der Indikatoren über die Kontrollniveaus hinaus» festgestellt worden, sagte Alexander Grigoratsch von der ukrainischen Atomaufsicht der Nachrichtenagentur AFP. Er könne keine weiteren Einzelheiten nennen, da das Personal der Anlage evakuiert worden sei.

Tschernobyl Weissrussland
Ein Schutzdach über dem explodierten Reaktor in Tschernobyl. - Keystone

16.08: Wladimir Putin hat sich in einer kurzen TV-Ansprache an die ukrainische Armee gewendet: «Nehmt die Macht in Eure eigenen Hände! Es dürfte für uns leichter sein, uns mit Ihnen zu einigen, als mit dieser Bande von Drogenabhängigen und Neonazis, die sich in Kiew niedergelassen hat und das gesamte ukrainische Volk als Geisel genommen hat». Schliesslich habe sich gezeigt, dass nur nationalistische Elemente sich gegen die russische Armee wehren würden.

Der ukrainischen Armee wirft er vor, Zivilisten als Schutzschilde zu missbrauchen. Damit würde sie zivilie Opfer Russland in die Schuhe schieben wollen. Für diese Behauptungen Putins gibt es keine Belege.

16.00: Die ukrainischen Streitkräfte haben Russland nach eigenen Angaben bereits schwere Verluste zugefügt. Bisher hätten die einrückenden Truppen 2800 Soldaten «verloren», teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Freitagnachmittag mit. Dabei war unklar, ob es sich um getötete, verwundete oder gefangene Soldaten handeln soll.

Ukraine Invasion
Ukrainische Soldaten nehmen am 25. Februar 2022 unter einer Brücke in Kiew Stellung. - keystone

Ausserdem seien schätzungsweise bis zu 80 Panzer, mehr als 500 weitere Militärfahrzeuge sowie zehn Flugzeuge und sieben Hubschrauber zerstört worden. Die Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. Zuvor hatten die Streitkräfte mitgeteilt, es seien mehr als 1000 russische Angreifer getötet worden.

15.50: Russlands Aussenminister Sergej Lawrow will trotz des Konfliktes um den Einmarsch in die Ukraine zu internationalen Gesprächen nach Genf fliegen. Bei seiner Reise Anfang kommender Woche werde er an der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats teilnehmen, sagte Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

Zudem wolle der Spitzendiplomat bei einer Abrüstungskonferenz sprechen. Geplant sind demnach Gespräche etwa mit der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet.

15.45: In der Nähe des ukrainischen Hafens von Odessa wurde ein unter moldauischer Flagge fahrender Chemietanker von einer Rakete getroffen. Das sagt die moldauische Marinebehörde. Zwei Besatzungsmitglieder seien schwer verletzt worden.

15.02: Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, Russland nach seiner Invasion in die Ukraine weitestgehend politisch zu isolieren.

«Wir müssen die Mitgliedschaft Russlands in internationalen Organisationen sofort aussetzen. Der Aggressor hat keinen Platz in der G20 und im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen«, wurde er am Freitag in einer Mitteilung der Präsidialkanzlei in Vilnius zitiert. In den G20 sind die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer der Welt vereint.

China: «Angelegenheiten durch Verhandlungen lösen»

14.41: Chinas Präsident Xi Jinping hat Russland zu Verhandlungen mit der Ukraine aufgerufen. «China unterstützt Russland und die Ukraine dabei, die Angelegenheit durch Verhandlungen zu lösen», sagte Xi am Freitag laut dem staatlichen chinesischen Sender CCTV in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Putin erklärte demnach, Russland sei zu Gesprächen mit der Ukraine auf «hoher Ebene» bereit.

Xi sagte den Angaben zufolge, dass es wichtig sei, «die Mentalität des Kalten Krieges aufzugeben» und «den begründeten Sicherheitsanliegen aller Länder Bedeutung beizumessen». Notwendig sei ein «ausgewogener, effektiver und nachhaltiger europäischen Sicherheitsmechanismus».

China Russia
Wladimir Putin und Xi Jinping beim Besuch des russischen Präsidenten in Peking im Juni 2018. - keystone

14.35: Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben schon mehr als 1000 russische Angreifer getötet. Solch schwere Verluste in so kurzer Zeit habe Russland bisher in keinem Konflikt erlitten, behauptete das ukrainische Heer am Freitag.

«Russische Mütter schicken ihre Söhne in den sicheren Tod, denn die ukrainischen Streitkräfte halten die Linien und werden ihr Land gegen die Besatzer verteidigen», hiess es in der Mitteilung. Das russische Verteidigungsministerium hatte hingegen mitgeteilt, es gebe keine Verluste. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.

14.30: Die EU wird die Vermögen von Wladimir Putin und vom russischen Aussenminister Sergej Lawrow einfrieren, wie Insider berichten. Die beiden waren von den bisherigen Sanktionen nicht persönlich betroffen. Demnach wollen die EU-Aussenminister ein entsprechendes Strafmassnahmenpaket noch am Freitagnachmittag verabschieden.

sergej lawrow ukraine krieg
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow. Er schockierte zuletzt mit seiner Hitler-Aussage im Bezug auf den Ukraine-Krieg. - Keystone

Ein Reiseverbot sei für Putin und Lawrow hingegen nicht geplant, wie die «Financial Times» schreibt. Grund: Die EU möchte sich so symbolisch diplomatische Wege offenhalten. Laut einem anonymen EU-Beamten könnten auch «viele weitere» Oligarchen ins Visier genommen werden, wie Reuters berichtet.

Russen sollen strategisch wichtigen Flugplatz eingenommen haben

14.07: Die russischen Truppen haben bei ihrem Angriff auf die Ukraine nach eigenen Angaben die ukrainische Hauptstadt von Westen her blockiert. Der strategisch wichtige Flugplatz Hostomel nordwestlich von Kiew sei eingenommen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitag der Agentur Tass zufolge mit.

Dabei seien 200 Ukrainer «neutralisiert» worden. Eigene Verluste gebe es nicht, behauptete das Ministerium. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Zuletzt hatte die Führung in Kiew mitgeteilt, Angriffe auf Hostomel zurückgeschlagen zu haben. Dabei hätten die russischen Truppen schwere Verluste erlitten.

13.47: Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hat sich angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine zur Entsendung von 3400 weiteren italienischen Soldaten in Nato-Länder bereit erklärt.

Rom könne zunächst «etwa 1400 Männer und Frauen des Heeres, der Marine und der Luftwaffe» und später weitere 2000 Soldaten mobilisieren, sagte Draghi am Freitag. Die Kräfte würden «im Verantwortungsbereich der Nato» eingesetzt.

13.05: Russland ist nach Angaben des russischen Aussenministers Sergej Lawrow in der Ukraine-Krise zu Gesprächen bereit – wenn sich die ukrainische Armee ergibt.

«Wir sind jederzeit zu Verhandlungen bereit, sobald die ukrainischen Streitkräfte auf unsere Aufforderung reagieren und ihre Waffen niederlegen», sagte Lawrow am Freitag. Die russischen Truppen würden das Land von «Unterdrückung» befreien wollen, fügte er hinzu.

Ukraine-Konflikt
Wladimir Putin (r), Präsident von Russland, trifft sich mit Sergej Lawrow, Aussenminister von Russland. - dpa

Der russische Präsident Wladimir Putin habe «die Entscheidung getroffen, eine spezielle Militäroperation zur Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine durchzuführen, damit die von der Unterdrückung befreiten Ukrainer selbst über ihre Zukunft bestimmen können», sagte Lawrow auf einer Pressekonferenz in Moskau. Die Aussagen geben Rückschluss darauf, dass Moskau einen Sturz der Regierung in Kiew plant.

Russland hat nach Angaben des Aussenminister mehr als 110 000 Flüchtlinge aus den nun von Moskau anerkannten «Volksrepubliken» in der Ostukraine aufgenommen.

12.18: Wie das EDA gegenüber SRF bestätigt, wurde die Schweizer Botschaft in Kiew teilweise evakuiert. Die Botschaft bleibe mit einem Minimum an Personal aber operativ.

Vier Millionen Flüchtlinge erwartet

12.00: Die Vereinten Nationen stellen sich auf bis zu vier Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine ein, sollte sich die Situation weiter verschlechtern. Schon jetzt seien Tausende über die Grenzen in Nachbarländer wie Polen, Moldau, die Slowakei und auch Russland geströmt, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Freitag in Genf. Das UNHCR stehe zur Unterstützung bereit. Die Ukraine hat annähernd 42 Millionen Einwohner.

11.55: Russland hat Vergeltung für vom Westen verhängte Sanktionen angekündigt. «Es versteht sich von selbst, dass Vergeltungsmassnahmen folgen werden», sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. «Wie symmetrisch oder asymmetrisch sie sein werden, wird von der Analyse der Beschränkungen abhängen», die Russland auferlegt worden seien.

11.49: Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine sorgt sich der französische Aussenminister Jean-Yves Le Drian um weiterer Ex-Sowjetrepubliken wie Moldau und Georgien. «Präsident (Wladimir) Putin will die Geschichte neu erfinden. Er will ein Grossreich schaffen und mit allen Mitteln seine Macht behaupten, dabei driftet er völlig ab», sagte Le Drian am Freitag dem Sender France Inter. «Wir sind besorgt, wie es weitergeht», fügte er auf die Frage nach Moldau und Georgien hinzu.

Jean-Yves Le Drian
Frankreichs Aussenminister sorgt sich um Moldau und Georgien. - AFP/Archiv

Die Sicherheit des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bezeichnete Le Drian als «ein Schlüsselelement» in der aktuellen Situation. «Wir können ihm helfen, falls es nötig wird», sagte Le Drian. «Wir werden alle nötigen Vorkehrungen treffen», antwortete er auf die Frage, ob es denkbar sei, den ukrainischen Präsidenten aus seinem Land ausfliegen zu müssen.

Russische Truppen greifen Kiew von zwei Seiten an

11.35: Das ukrainische Militär kämpft im Grossraum Kiew eigenen Angaben zufolge gegen russische Truppen. Mit Blick auf zwei Orte im Nordwesten der Hauptstadt sagte Militärsprecher Olexij Arestowytsch am Freitag vor Journalisten: «Dort gibt es jetzt schon Kämpfe.» Kiew selbst bereite sich auf Verteidigung vor.

Die ukrainische Armee habe «einige» russische Hubschrauber und Militärtechnik zerstört. Solche Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

11.19: Russische Truppen rücken nach Angaben der Ukraine von Nordosten und Osten auf die Hauptstadt Kiew vor. Russische Einheiten seien in der nordöstlich von Kiew gelegenen Stadt Tschernihiw von den Regierungstruppen zurückgedrängt worden, teilte die ukrainische Armee am Freitag mit. Daher versuche die russische Armee nun, nach der Eroberung der weiter östlich gelegenen Stadt Konotop von dort aus auf Kiew vorzurücken.

Ukraine Konflikt
Nachwirkung eines nächtlichen Beschusses eines Wohngebiets in Kiew, Ukraine, 25. Februar 2022. - Keystone

10.51: Die Innenminister der 27 EU-Staaten beraten am Wochenende bei einem Krisentreffen über die Folgen des russischen Grossangriffs auf die Ukraine. Der genaue Termin und der Ort des Treffens stünden noch nicht fest.

«Mehrere Themen werden auf der Tagesordnung stehen, darunter die europäische Antwort auf die humanitären und sicherheitspolitischen Auswirkungen sowie Vergeltungsmassnahmen», sagte ein französischer Regierungsberater der Nachrichtenagentur AFP.

10.45: Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat sich China erneut gegen auf Moskau gerichtete Sanktionen ausgesprochen. «Ich möchte wiederholen, dass Sanktionen noch nie ein effektiver Weg waren, um Probleme zu lösen», sagte Wang Wenbin, ein Sprecher des Pekinger Aussenministeriums am Freitag.

«Wir hoffen, dass die relevanten Parteien Probleme durch Dialog und Verhandlungen lösen können», so der Sprecher weiter.

Schüsse im Kiewer Regierungsviertel

10.40: Die Nachrichtenagentur AP berichtet von Schüssen im Kiewer Regierungsviertel. Auf Aufnahmen von Webcams im Zentrum der Hauptstadt waren Sirenen zu hören.

Kiew Keller
Einwohner Kiews suchen in einem Keller eines Gebäudes Schutz vor den russischen Angriffen. Die Angst vor dem Vorstoss der russischen Truppen ist gross. - Keystone

Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums handelte es sich um eine Sabotageaktion eines russischen Aufklärungstrupps. Das Ministerium rief die Zivilisten in dem Viertel zu den Waffen. «Wir bitten die Bürger, uns über feindliche Bewegungen zu informieren, Molotowcocktails zu werfen und die Besatzer zu neutralisieren», hiess es in einer Erklärung auf Facebook.

10.14: «Unsere Einschätzung heute Morgen ist, dass Russland keines seiner Hauptziele erreicht hat, sondern hinter seinem erhofften Zeitplan liegt», sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace am Freitag dem Sender Sky News.

Sophienkathedrale in Kiew
Die Kuppeln auf der Sophienkathedrale sind vergoldet. Das Bauwerk gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe der UNESCO. (Archivbild) - dpa

Die russischen Truppen hätten 450 Kräfte verloren, sagte der konservative Politiker. Diese Zahl liess sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Auch einer der «bedeutsamen Flughäfen» sei nicht übernommen, sondern von den Ukrainern zurückerobert worden, so Wallace.

10.12: Russland hat seinen Luftraum für britische Flugzeuge gesperrt. Von dem Überflugverbot seien auch Maschinen betroffen, die in Grossbritannien geleast wurden, teilte die russische Luftfahrtbehörde in Moskau mit.

09.59: Russland hat eigenen Angaben zufolge insgesamt 118 ukrainische Militärobjekte «ausser Gefecht» gesetzt, darunter elf Militärflughäfen. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag in Moskau mit.

Unabhängig überprüfen lassen sich solche Aussagen nicht. Konaschenkow zufolge wurden zudem fünf ukrainische Kampfflugzeuge, ein Hubschrauber sowie fünf Drohnen abgeschossen.

Erste russische Einheiten in Kiew

09.56: Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind die ersten russische Einheiten in die Hauptstadt vorgedrungen. In einem nördlichen Bezirk von Kiew ist es am Freitag zu Gefechten gekommen. Auch Explosionen waren im Stadtteil Obolonsky zu hören, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Menschen rannten demnach weg, um sich in Sicherheit zu bringen.

Russian invasion of Ukraine
Rauch steigt nach einer Explosion in der Hauptstadt Kiew am frühen Donnerstag auf. - dpa

09.22: Ungeachtet des Angriffs auf die Ukraine setzt Russland eigenen Angaben zufolge den Gastransit durch das Nachbarland nach Europa fort.

Ein Sprecher des russischen Staatskonzerns Gazprom sagte am Freitag der Agentur Interfax zufolge: «Gazprom liefert russisches Gas für den Transit durch das Gebiet der Ukraine im regulären Modus und gemäss den Anforderungen europäischer Verbraucher.» Am Freitag seien das insgesamt 103,8 Millionen Kubikmeter Gas.

09.13: Es wird weiter heftig gekämpft. Im Nordwesten von Kiew gibt es Gefechte und russische Panzer. Wie mehrere Medien berichten, rechnet die ukrainische Regierung in Kürze mit einem russischen Einmarsch in Kiew.

Russia Military Drills
Ein russischer Panzer bei einer Übung am 14. Februar 2022. (Archivbild) - Keystone

«Der schwerste Tag wird heute sein. Der Plan des Feindes ist, mit Panzern von Iwankiw und Tschernihiw nach Kiew durchzubrechen», sagte Anton Gerashenko, ein Berater des ukrainischen Innenministeriums.

«Schrecklicher russischer Raketenangriff»

08.58: In der Nacht auf Freitag gab es erneut mehrere Explosionen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Ukraines Aussenminister Kuleba sprach von «schrecklichen russischen Raketenangriffen». Im Internet kursieren nun Videos von einer riesigen Explosion.

Anton Heraschtschenko, ein Berater des Innenministers, sagte, ein ukrainisches Abwehrsystem hätte ein russisches Flugobjekt abgeschossen. Anschliessen sei das Gerät in ein Wohnhaus gestürzt und habe es in Brand gesetzt.

Die US-Zeitung «New York Times» konnte bislang zwar die Echtheit der Videos verifizieren, um was für ein Flugobjekt es sich handelte und wer es abschoss, ist aber noch unklar.

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