Tschechiens Staatschef ist wenige Stunden nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus positiv auf das Coronavirus getestet und erneut eingewiesen worden.
Milos Zeman
Milos Zeman - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Milos Zeman war wegen eines gesundheitlichen Leidens lange im Spital.
  • Am Donnerstag wurde der tschechische Staatschef entlassen.
  • Doch nur Stunden später wurde er wieder eingeliefert – er hat sich mit Corona angesteckt.

Nur Stunden nachdem er das Spital verlassen konnte, musste Milos Zeman zurück – er testete positiv auf das Coronavirus. «Das Programm des Präsidenten wird ausgesetzt, während er wegen Covid-19 behandelt wird», erklärte sein Sprecher Jiri Ovcacek am Donnerstagabend. Zeman sollte am Freitagmittag den Konservativen Petr Fiala zum neuen Ministerpräsidenten ernennen.

Der 77-jährige Zeman war am 10. Oktober - einen Tag nach der Parlamentswahl - wegen ernster gesundheitlicher Probleme ins Krankenhaus gekommen. Offenbar hat er ein schweres Leberleiden, die Ärzte gehen von einer Zirrhose aus.

Regierungsbildung verzögert sich

Aus der Wahl am 9. Oktober war Fialas Mitte-Rechts-Bündnis Spolu als stärkste Kraft vor der populistischen ANO-Partei des amtierenden Regierungschefs Andrej Babis hervorgegangen. Zusammen mit einem linksliberalen Bündnis unter Führung der Piratenpartei kommt Spolu auf eine Mehrheit von 108 der 200 Mandate im Parlament.

Der Gesundheitszustand des Staatschefs beeinträchtigte jedoch die Bildung einer neuen Regierung. Erst Anfang November hatte Zeman noch aus dem Krankenhaus heraus Fiala mit der Regierungsbildung beauftragt. Ein Koalitionsabkommen war zuvor bereits geschlossen worden. Die offizielle Ernennung der neuen Regierung setzt allerdings die Anwesenheit des Staatschefs voraus.

Mehr zum Thema:

Parlament Regierung Coronavirus