Ukraine Krieg

    Vor Ukraine-Krieg: Macron wollte verhandeln – Putin Hockey spielen

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    Russland,

    Ein veröffentlichtes Telefonat zeigt, wie Putin Macrons Friedensbemühungen vor der Invasion abwehrte. Eishockey schien wichtiger zu sein als der Ukraine-Krieg.

    Emmanuel Macron (l), Präsident von Frankreich, und Wladimir Putin, Präsident von Russland, sitzen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Pariser Schloss Elysee.
    Emmanuel Macron (l), Präsident von Frankreich, und Wladimir Putin, Präsident von Russland, sitzen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Pariser Schloss Elysee. - Ludovic Marin/AFP Pool/AP/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Februar hat Macron mit Putin telefoniert, das Gespräch wurde nun veröffentlicht.
    • Frankreichs Präsident versuchte, den Kremlchef vom Frieden zu überzeugen.
    • Doch Putin hatte offenbar wichtigere Dinge im Kopf – wie Eishockey.

    Wegen seiner regen Telefonate mit Kremlchef Wladimir Putin geriet Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angesichts der Grauen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in die Kritik.

    Ein vom Élyséepalast für eine Fernsehdokumentation veröffentlichtes Gespräch vier Tage vor Kriegsbeginn zeigt nun das Ringen von Macron um Deeskalation und Frieden – und wie es Putin vom Tisch wischt, seinen Gesprächspartner hinhält und die Ukraine mit Beschuldigungen überzieht. Beide Präsidenten reagieren genervt. Schliesslich muss Putin eilig auflegen, sein Eishockey-Training beginne gleich.

    Wladimir Putin
    In der Regel schiesst der Kremlchef Wladimir Putin beim Eishockey die meisten Tore. - dpa

    «Seit unserem letzten Gespräch haben die Spannungen zugenommen und du kennst mein Engagement und meine Entschlossenheit, den Dialog fortzusetzen.» So steigt Macon in das neunminütige Gespräch ein. «Ich möchte, dass du mir zuerst sagst, wie du die Situation einschätzt, und mir vielleicht auf ziemlich direkte Weise, wie wir es beide tun, deine Absichten mitteilst.»

    Daraufhin holt Putin gleich gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus, dieser lüge, wolle das Minsker Abkommen nicht umsetzen und strebe gar nach Atomwaffen. Den Vorhalt Putins, er wolle das Abkommen überarbeiten, weist Macron zurück. «Ich habe gesagt, man muss es umsetzen.»

    Gerangel um Separatisten im Ukraine-Krieg

    Das Gerangel geht dann weiter um die Rolle der Separatisten. «Hör mal, Emmanuel, ich verstehe euer Problem mit den Separatisten nicht. Zumindest haben sie auf unser Drängen hin alles Notwendige getan, um einen konstruktiven Dialog mit den ukrainischen Behörden zu eröffnen», meint Putin.

    «Es sind nicht die Separatisten, die Vorschläge zu ukrainischen Gesetzen machen werden», kontert Macron. «Ich weiss nicht, wo dein Jurist studiert hat», legt er nach. «Und ich weiss nicht, welcher Jurist dir sagen kann, dass in einem souveränen Land die Gesetzestexte von separatistischen Gruppen vorgeschlagen werden und nicht von den demokratisch gewählten Behörden.»

    Wladimir Putin Ukraine-Krieg
    Wladimir Putin lässt in Russland keine Kritik am Ukraine-Krieg zu. - dpa

    Als Putin weiter auf das Bemühen der Separatisten pocht, wird Macron ungehalten. «Wie ich dir gesagt habe, sind uns die Vorschläge der Separatisten egal.» Diese müssten vielmehr auf die Ukrainer reagieren.

    «Jetzt hör mir mal gut zu, hörst du mich?», geht Putin nun den französischen Präsidenten an und pocht darauf, dass der Ball bei der Ukraine liege, es müsse Druck auf die Ukraine aufgebaut werden.

    «Aber ich habe ein Maximum unternommen, um sie zu bewegen, das weisst du gut», antwortet Macron. «Das weiss ich, aber leider hat das nichts bewirkt», heisst es vom Kremlchef. Er werde Selenskyj erneut zur Ruhe mahnen, beschwichtigt Macron.

    Spitzentreffen vorgeschlagen

    «Lass dich in den nächsten Stunden und Tagen nicht auf Provokationen jeglicher Art ein», setzt Macron fort. Und dann lädt der französische Präsident den Kremlchef zu einem kurzfristigen Spitzentreffen mit US-Präsident Joe Biden ein - das eigentliche Ziel des Telefonats. Putin reagiert zwar höflich.

    «Vielen Dank, Emmanuel. Es ist mir immer ein grosses Vergnügen und eine grosse Ehre, mit deinen europäischen Amtskollegen sowie mit den Vereinigten Staaten zu sprechen.» Die Amerikaner einzubeziehen sei eine gute Idee, allerdings müsse so ein Treffen erst vorbereitet werden. «Damit du weisst, im Prinzip bin ich einverstanden.»

    Glauben Sie an ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs?

    Dass es wichtigere Dinge gibt, als den französischen Präsidenten und den Austausch, macht Putin Macron dann deutlich. «Um dir nichts zu verheimlichen, ich wollte jetzt Eishockey spielen gehen und ich spreche aus der Sporthalle zu dir, bevor es mit dem Training losgeht. Ich rufe erst meine Berater an.»

    Macron dankt Putin. «Wir bleiben in direktem Kontakt. Sobald es etwas gibt, rufst du mich an.» Vier Tage später marschieren die russischen Truppen in die Ukraine ein.

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