Russland wirft der Ukraine Angriffe auf zwei Raffinerien vor
In der Diskussion über eine Energiewaffenruhe im Ukraine-Krieg wirft Russlands Energieminister Alexander Nowak der ukrainischen Armee Angriffe auf zwei Raffinerien vor. Ölverarbeitungsanlagen in den Gebieten Rjasan und Saratow seien attackiert worden, sagte Nowak in Moskau der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. «Wir sehen, dass die Ukraine keine Bewegung hin zu einer Energiewaffenruhe zeigt», sagte der Minister.

Unabhängige Bestätigungen für seine Aussagen gab es nicht. Aber Nowaks Äusserungen bedeuten eine Umkehrung der Moskauer Informationspolitik. Bislang wurden Angriffe der Ukraine auf Ölanlagen oder Fabriken meist durch Videos in sozialen Medien bekannt, verbreitet auf russischen und ukrainischen Telegramkanälen. Die regionalen Behörden sprachen ausweichend von Bränden in Industrieobjekten, die Moskauer Regierung äusserte sich nur selten. Nun äussert sich Nowak direkt; dafür fehlen im Internet Hinweise auf die Angriffe.
In der Ukraine wurde Nowaks Äusserung sofort als Falschinformation bezeichnet. Raffinerien seien nicht angegriffen worden, sagte Dmytro Lytwyn, der Kommunikationsberater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, dem Nachrichtenportal «Ukrajinska Prawda». Einen erfolgreichen Angriff habe es hingegen auf ein Datenverarbeitungszentrum gegeben.
Moskau hat derzeit ein Interesse daran, der Ukraine Verstösse gegen die von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen vorzuwerfen. Trump versucht ukrainische Attacken auf Raffinerien im russischen Hinterland zu stoppen, weil er sie für die weltweit hohen Dieselpreise verantwortlich macht – nicht seinen eigenen Krieg gegen den Iran.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Ölindustrie ausgesetzt. Sie erwarte auch einen Stopp der russischen Angriffe auf die Energieversorgung der Ukraine. Moskau setzt diese Raketen- und Drohnenangriffe aber fort.










