Nach der dritten Krawallnacht in Folge wegen der Verhaftung des Rappers Pablo Hasél hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez die Ausschreitungen verurteilt.
Proteste in Spanien nach Rapper-Festnahme
dpatopbilder - 18.02.2021, Spanien, Barcelona: Demonstranten versammeln sich in der Nähe einer brennenden Barrikade während eines Protests gegen die Verhaftung des Rappers Pablo Hasel. Ein Gericht hatte den in Spanien für seine teils radikalen Texte bekannten Musiker wegen Beleidigung des Königshauses und der Verherrlichung von Gewalt in seinen Texten zu neun Monaten verurteilt. Zahlreiche Spanier gingen zum dritten Tag in der Folge auf die Strassen und protestierten gegen das Urteil. Foto: Felipe Dana/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ - dpa
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Dritte Nacht in Folge Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten.

Die Gewalt sei «ein Angriff auf die Demokratie», sagte der sozialistische Regierungschef am Freitag. Seine Regierung werde «gegen jede Art von Gewalt vorgehen». Sánchez äusserte sich das erste Mal zu den Ausschreitungen, die inzwischen auch die Regierungskoalition belasten.

Wegen der Verhaftung des katalanischen Rappers Pablo Hasél war es am Donnerstagabend ein weiteres Mal zu Ausschreitungen gekommen. In Barcelona folgten auf einen friedlichen Protestmarsch Zusammenstösse zwischen Demonstranten und der Polizei. Dort sowie in Valencia meldete die Polizei insgesamt 16 Festnahmen, dutzende Menschen wurden verletzt. Seit Beginn der Proteste am Dienstag wurden damit insgesamt rund einhundert Menschen festgenommen.

Das Urteil gegen den Rapper ist umstritten. Abgeordnete von Sánchez' Koalitionspartner, der weiter links stehenden Podemos, hatten die Proteste zuvor unterstützt. Angehörige der konservativen Opposition hatten wegen der gewaltsamen Proteste von Sánchez einen Bruch mit seinem Koalitionspartner Podemos gefordert. Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International oder der bekannte spanische Filmemacher Pedro Almodóvar hatten zuvor ihre Unterstützung für den Künstler geäussert.

Hasél hatte eine neunmonatige Haftstrafe wegen Beleidigung der spanischen Königsfamilie sowie staatlicher Institutionen nicht angetreten. Er war am Dienstagmorgen verhaftet worden, nachdem er sich einen Tag lang in der Universität der katalanischen Stadt Lleida verbarrikadiert hatte. Am Donnerstag wurde er zu einer weiteren Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, weil er in einem Verfahren gegen zwei Polizisten einen Zeugen bedroht haben soll.

Ad
Ad

Mehr zum Thema:

GewaltRegierungOppositionAmnesty InternationalRegierungschef